Eine faire Chance für Lea: Das Mädchen aus dem Libanon freut sich auf die Schule

Lea, Fatma und Karim.

Weißensee. Es gibt viele Gründe, die Heimat zu verlassen und um Asyl zu bitten. Deutschland hat Möglichkeiten, auch den Menschen zu helfen, die in ihrer Heimat keine Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben erfahren oder medizinische Hilfe benötigen. Die Berliner Woche schaut hinter die Türen der Flüchtlingsheime und stellt einige der neuen Nachbarn vor.

Die neunjährige Lea mit den zum Pferdeschwanz gebändigten schwarzen Locken versinkt beinahe auf dem großen Sofa, das in einem zum Wohnheim für Asylbewerber umgewandelten Hotel in der Weißenseer Rennbahnstraße steht. Kaum zu glauben, dass das kleine Mädchen aus dem Libanon so gut Englisch spricht. Sie freut sich über das Lob für ihre guten Sprachkenntnisse und strahlt über das ganze Gesicht.

Ihre ernsten Augen blicken interessiert in die neue Welt. Sie ist seit einem halben Jahr in Berlin. Gerade kommt sie aus dem Deutschunterricht für Flüchtlingskinder. Ab August darf sie dann in eine integrative Schule in Pankow gehen. Sie kann es kaum erwarten. Lea hat ein Handikap, ihre beiden Arme sind zu kurz gewachsen. In dem kleinen Dorf im Süden des Libanon, wo sie mit ihrer Familie gewohnt hat, wollten die Kinder nicht mit ihr spielen und die Familie wurde sozial ausgegrenzt.

Fatme, die sanfte, aber kämpferische 32jährige Mutter tut alles, damit ihre Kleine die gleichen Chancen erhält wie andere Kinder in ihrem Alter. Sie schickte das muslimische Mädchen erst einmal in eine katholische Schule im libanesischen Nachbardorf. Dort war sie die beste Schülerin. Sie liebt Mathematik und Englisch, malt und tanzt gerne.

Weihnachten 2014 machte sich die Familie dann mit Lea und ihrem siebenjährigen Bruder Karim auf den Weg nach Deutschland. „Ich habe von den Schulen in Deutschland gehört, die auch Kinder mit Behinderung aufnehmen und integrieren – es gibt also eine Chance für Lea und Karim.“ Erst in Berlin erfuhren sie, dass Lea in Hamburg bei einem Spezialisten operiert werden könnte. Damit hatten sie nicht gerechnet. Denn im Libanon hatte Lea schon viele Operationen hinter sich, aber keiner konnte ihr die Arme verlängern wie es in Hamburg möglich ist. „Alles, was Leas Vater verdiente, ging für Krankenhaus- und Arzthonorare drauf“, erzählt Fatme und fügt entschlossen hinzu, „ich werde alles tun, damit Lea Anerkennung findet. Sie ist so ein intelligentes Mädchen. Nur sie ist der Grund, warum wir die Heimat verlassen haben.“

Träume für sich selber hat Fatme nicht. Die deutschen Behörden haben der Familie eine Aufenthaltsgestattung bis April 2016 genehmigt. „Der Hamburger Facharzt für Neuropädiatrie ist jetzt unsere neue, große Hoffnung. Termine gibt es erst ab September und dann sehen wir weiter.“

Die kleine Lea versteht von all den bürokratischen Schwierigkeiten, die ihrer Familie bevorstehen, noch nichts. Sie schaut mit kindlichem Optimismus in die Zukunft. „Ich will auf jeden Fall Ärztin werden.“ AL

Autor:

Angelika Ludwig aus Weißensee

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Genießen Sie kulinarische Köstlichkeiten im Spitzenrestaurant "Machiavelli".
  4 Bilder

Restaurant "Machiavelli" am Roseneck
Seit 10 Jahren eine der besten Adressen in Grunewald

Dass das Spitzenrestaurant "Machiavelli" zu den ersten Adressen in der Hauptstadt gehört, ist berlinweit bestens bekannt. So überzeugt die Location seit dieser Zeit mit einer landestypischen italienischen, aber auch alpenländischen Kulinarik vom Feinsten. Darüber hinaus präsentiert sich das "Machiavelli" als wahre grüne Oase inmitten der Großstadt. Aktuell überrascht das Team selbstverständlich auch mit diversen Pfifferlingskreationen, wobei der beliebte, schmackhafte Pilz gern mit einem...

  • Grunewald
  • 04.08.20
  • 216× gelesen
WirtschaftAnzeige
Das Team der Fleischerei Haroun freut sich auf Ihren Einkauf.

Fleischerei Haroun
Wir haben Ihre Grillspezialitäten!

An der Prinzenallee, zwischen dem U-Bahnhof Pankstraße und der Bellermannstraße, gibt es eine stadtweit bekannte Institution: die Fleischerei Haroun. Ihr Besitzer Youcef Haroun ist der in seiner Familie traditionsreichen Berufung zum Fleischer gefolgt. Sein nach Tradition verarbeitetes Fleisch in Halal-Qualität zaubert Kennern ein Lächeln auf die Lippen. Zu seinen Stammkunden zählen die französischsprachige, aber auch in der deutschen und sogar der rumänischen beziehungsweise bulgarische...

  • Wedding
  • 04.08.20
  • 125× gelesen
SozialesAnzeige
In der Gruppe werden Erfahrungen ausgetauscht.
  2 Bilder

Kontaktstelle PflegeEngagement Reinickendorf
"Der Austausch mit anderen tut mir gut"

Inge M. freut sich schon. An zwei Montagen im Monat besucht sie das Angehörigencafé der Kontaktstelle PflegeEngagement, eine Gesprächsgruppe für pflegende und betreuende Angehörige, Freunde und Nachbarn. „Die Pflegesituation zu Hause ist oft sehr anstrengend“, sagt Inge, „das ständige Angebundensein, die körperliche Belastung und Freunde, die sich abwenden. Es gibt natürlich auch schöne Momente. Trotzdem habe ich mir meine Rente anders vorgestellt. Hier in der Gruppe treffe ich Menschen,...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 04.08.20
  • 92× gelesen
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

IdeeZaun
Ihr Wunschzaun wird hier Wirklichkeit

Wir, die Firma IdeeZaun, sind im Zaunhandel bereits seit 2008 tätig. Als mittelständisches Unternehmen an den Standorten Tempelhof und Hermsdorf sehen wir uns als Partner zwischen der Produktion und unseren Kunden. Wir beliefern Privatkunden sowie Garten- und Landschaftsbauer. Mittlerweile sind wir ein etabliertes Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Daher würden wir uns freuen, Ihnen auch Ihren Wunschzaun zu planen und zu verwirklichen. Von der Beratung bis zum Aufbau: alles aus...

  • Hermsdorf
  • 04.08.20
  • 151× gelesen
BildungAnzeige
  4 Bilder

Jeder kann was!
Freie Ausbildungsplätze an der Emil Molt Akademie

Wir sind eine Berufsfachschule, Fachoberschule und Fachschule in freier Trägerschaft. Vor zwei Jahren im neuen Vollholzgebäude in Schöneberg eingezogen, freuen wir uns, Ihnen mit neuer Kapazität folgende Bildungsgänge anbieten zu können: Die Ausbildung zum Sozialassistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Berufsbildungsreife (BBR) Die Ausbildung zum Kaufmännischen Assistenten, in zwei Jahren - Voraussetzung: Mittlerer Schulabschluss (MSA) Die Allgemeine Fachhochschulreife,...

  • Schöneberg
  • 01.07.20
  • 536× gelesen
  •  2
WirtschaftAnzeige
  3 Bilder

Wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert?
Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel?

Der Agrarmarketingverband pro agro und der Verband Digitalwirtschaft Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) befasst sich mit dem Thema:  Mehr Wertschätzung für regionale Lebensmittel.  Toilettenpapier, Hamsterkäufe, Begrenzungen der Kundenzahlen in den Geschäften - die mediale Berichterstattung der vergangenen Monate zum Einkaufsverhalten der Verbraucher war bestimmt von diesen drei Schlagzeilen.  Doch wie hat sich das Einkaufsverhalten in Berlin und Brandenburg verändert? Wurde häufiger im...

  • 03.07.20
  • 797× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen