Das "Raumschiff" bleibt erhalten
ICC steht unter Denkmalschutz und soll wieder Kongresszentrum werden

Das ICC am Autobahndreieck Funkturm steht jetzt unter Denkmalschutz. Das schließt tiefgehende Eingriffe in das Gebäude und Veränderungen der Fassade weitgehend aus.
  • Das ICC am Autobahndreieck Funkturm steht jetzt unter Denkmalschutz. Das schließt tiefgehende Eingriffe in das Gebäude und Veränderungen der Fassade weitgehend aus.
  • Foto: Matthias Vogel
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Das Landesdenkmalamt Berlin hat das Internationale Congress Centrum (ICC) Berlin unter Denkmalschutz gestellt. Das Kongresszentrum ist demnach aus künstlerischen, geschichtlichen und städtebaulichen Gründen schützenswert.

Errichtet wurde der bis heute futuristisch anmutende Bau am Dreieck Funkturm von 1973 bis 1979 nach Plänen des Architektenpaars Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte im Auftrag des Landes Berlin. 2014 wurde es geschlossen und steht seitdem leer. Während der großen Flüchtlingswelle 2015 diente das „Raumschiff“ als erste Anlaufstelle, als das LaGeSo aus allen Nähten platzte. Seit vier Jahren ist der Bau ungenutzt, über eine Unterschutzstellung und Ertüchtigung wurde schon länger diskutiert, auch der Abriss stand zur Debatte.

Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) begrüßte jetzt die Entscheidung der Oberen Denkmalschutzbehörde: „Das ICC ist ein Wahrzeichen von Berlin, eine einzigartige Großstadtskulptur und monumentale Landmarke, die Berlin als Stadt der Zukunft kennzeichnet. Seine Bedeutung reicht weit über Berlin hinaus, es ist schließlich einer der wichtigsten deutschen Bauten der Nachkriegszeit.“ Mit einer Länge von gut drei Fußballfeldern, 80 Metern Breite und 40 Metern Höhe böte er nach seiner Sanierung dem Land Berlin reichlich Platz für Kongresse und Events jeglicher Art.

„Auch ohne formale Unterschutzstellung war der Denkmalwert des ICC seit Langem in der Diskussion und wurde auch im jüngsten Interessensbekundungsverfahren berücksichtigt“, erklärte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Grüne). „Der Senat ist sich einig, dass nun die Sanierung des ICC auf den Weg gebracht werden muss, um es wieder als Kongress- und Kulturzentrum zu nutzen.“ Das ICC gilt als ein Höhepunkt der sogenannten High-Tech-Architektur in Deutschland. „Es ist ein Glücksfall, dass es mit seinen Farben, Materialien, Kunstwerken und Ausstattungsgegenständen noch so komplett erhalten ist. Mit der Unterschutzstellung schaffen wir für alle Beteiligten Rechts- und Planungssicherheit. Wir werden uns dafür einsetzen, dass das ICC als Gesamtkunstwerk erhalten bleibt“, sagte Landeskonservator Christoph Rauhut. Der Denkmalschutz setzt den Plänen von mehr als einem Dutzend Investoren, die offenbar konkretes Interesse am ICC bekundet haben, nun einen festen Rahmen.

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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