Spekulationen um Krise im Heim Fehrbelliner Platz: Gibt es einen Flüchtlingsaufstand?

Von der Wäsche bis zur Verpflegung tadellos: Im Februar staunte Michael Müller (rechts) noch über das hohe Niveau im Heim.
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  • hochgeladen von Thomas Schubert

Wilmersdorf. Eine Schlägerei wegen dürftigem Essen, Klagen über sinkendes Niveau, Fehler bei der Abrechnung – über Flüchtlinge und Helfer im früheren Rathaus Wilmersdorf kursieren üble Geschichten. Einige sind offenbar erfunden, andere werden geprüft.

Es war das Haus, in dem Bundespräsident Joachim Gauck am Höhepunkt der Fluchtwelle des letzten Jahres die Willkommenskultur beschwor. Hollywoodstars wie George Clooney und Ben Stiller kamen hierhin, um zu erfahren, wie Deutschland Flüchtlingen hilft. Und Google startete im früheren Rathaus Wilmersdorf ein Projekt, um die Integration von Asylbewerbern mit Notebooks voranzutreiben.

Was nun geschehen sein soll, verpasst dem Bild des Vorzeigeheims in Trägerschaft des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) allerdings Risse. So gibt es Berichte darüber, dass Ende April ein Streit um mangelhafte Verpflegung brutal eskaliert sein soll. Weil die Rationen angeblich kleiner ausfallen als früher, waren Flüchtlinge und Wachschützer demnach in eine blutige Prügelei geraten. Grund für den Bezirk, diese Geschichte zu überprüfen. „Ich habe mit den Verantwortlichen Gespräche geführt“, sagte Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) auf Nachfrage in der BVV. „Was in Medienberichten als dramatisch geschildert wurde, war nach ihrer Auffassung nicht dramatisch“, fasst er die Ergebnisse zusammen. Dennoch will Engelmann mit der Leitung darüber sprechen, wie man Zwischenfällen im Haus mit über 1150 Betten künftig zu vermeiden gedenkt.

Helfer: Medienberichte stimmen nicht

In der Facebook-Gruppe „Freiwillige helfen in Wilmersdorf“ entlud sich unterdessen der Ärger über Berichte, die größtenteils falsch seien. Meldungen über Gewalt und mangelndes Essen ernten hier aus mehreren Quellen energischen Widerspruch.

Ein zweites Problem, das derzeit beleuchtet wird, betrifft die Abrechnung von Leistungen durch den Arbeiter-Samariter-Bund. So sollen laut der Zeitung B.Z. beim Land Berlin zum Beispiel im Dezember 2015 Verpflegungssätze für ein voll besetztes Heim abgerechnet worden sein, obwohl zu diesem Zeitpunkt längst nicht alle Plätze belegt waren. Dies sollen nun externe Wirtschaftsprüfen bewerten, heißt es vom ASB. Man wolle Vorwürfe zu Unregelmäßigkeiten „schnell und transparent aufklären“. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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