Corona macht erfinderisch
Zehlendorfer Theatergruppe Schattenlichter zeigt neues Stück Ende Februar als Film

Die kaufmännische Angestellte Edeltraud (Elke Brumm) schildert ihre Vorstellungen über die Wiedervereinigung.
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  • Die kaufmännische Angestellte Edeltraud (Elke Brumm) schildert ihre Vorstellungen über die Wiedervereinigung.
  • Foto: Jean-Pierre Pactat
  • hochgeladen von Karla Rabe

Seit April vergangenen Jahres probt die Theatergruppe Schattenlichter an ihrem neuen Stück. Diesmal wird ein Agatha-Christie-Krimi erarbeitet. Die Premiere war für Februar geplant. Doch wegen der coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen ist sie auf Februar 2022 verschoben worden.

Ganz auf ein Theaterprojekt müssen die Freunde der Schattenlichter dennoch nicht verzichten. Für Februar hat die Theatergruppe eine völlig neue Art eines Theaterprojektes erarbeitet, das auch in der Corona-Krise Bestand hat. Die Schattenlichter verfilmten eine von einem Gruppenmitglied erstellte Textsammlung.

Den 90-minütigen Film drehte die Theatergruppe an unterschiedlichen Stellen des Gemeindehauses der Zehlendorfer Paulus-Gemeinde. Darsteller sind 45 aktuelle und ehemalige Darsteller der Laienspielgruppe. Das Filmthema ist eine reale Umfrage zur Deutschen Frage, die im Mai und Juni 1989 von einem Mitglied der Paulus-Gemeinde durchgeführt wurde. Unter dem Titel „Die Mauer wird noch in 100 Jahren stehen“ wird die Umfrage filmisch dargestellt.

Und darum geht es: Es war gerade drei Monate her, dass DDR-Staatschef Erich Honecker gesagt hatte „Die Mauer (….) wird auch noch in 50 und auch noch in 100 Jahren bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt sind.“ Eine Wende war zur damaligen Zeit, nämlich im Frühjahr 1989, noch nicht zu erahnen. Da machte eine Zehlendorfer Abiturientin für ihren Grundkurs Geschichte eine private Umfrage. Sie stellte 45 Personen die Frage: „Wie könnte es zu einer Wiedervereinigung kommen, und für wann ist sie wahrscheinlich?“ Die Antworten präsentierte sie ihren Mitschülern in einem vierstündigem Referat. Das war im Juni 1989.

Das Thema interessierte Schüler, Lehrer und Eltern. Für alle verblüffend: die vielen unterschiedlichen Antworten. Aber niemand ahnte, dass sich diese Frage nur fünf Monate später beantworten würde. Die ungewollte Aktualität macht die Textsammlung heute zu einem spannenden Dokument deutscher Zeitgeschichte.

Bei allen Filmaufnahmen und Proben wurde darauf geachtet, dass sich die Ansteckungsgefahr in Grenzen hielt. Zu den meisten Proben war jeweils nur ein einziger Schauspieler vor der Kamera erforderlich. Auf der Leinwand kommen die 45 aktuellen und ehemaligen Schattenlichter durch den filmischen Zusammenschnitt wieder zusammen. Da Filmschauspieler fürs Publikum nicht ansteckend sind, kann dem Schattenlichter-Publikum zu den gewohnten Theaterterminen Ende Februar eine sichere Schattenlichter-Produktion im Gemeindehaus der Paulus-Gemeinde präsentiert werden.

Die Uraufführung findet am 22. Februar statt. Damit viele den Film sehen können, wird er an sechs Abenden gezeigt. Geplant sind Aufführungen am 22. bis 26. Februar jeweils um 19 Uhr sowie am 27. Februar um 18 Uhr.

Platzkarten zu fünf Euro gibt es im Internet auf www.schattenlichter.info.

Die kaufmännische Angestellte Edeltraud (Elke Brumm) schildert ihre Vorstellungen über die Wiedervereinigung.
Auch Francoise, eine französische Studentin der Tiermedizin machte sich im Mai 1989 Gedanken zur Deutschen Frage. Im Film wird sie von Mila Waring dargestellt.
Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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