Vier neue Stolpersteine
Erinnerung an Familie Lachmann und Siegfried Loewenthal

Vor der Bergengruenstraße werden Stolpersteine für Leopold, Rosa und Manfred Lachmann sowie Siegfried Loewenthal verlegt.
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  • Vor der Bergengruenstraße werden Stolpersteine für Leopold, Rosa und Manfred Lachmann sowie Siegfried Loewenthal verlegt.
  • Foto: AG Spurensuche
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Vor der Bergengruenstraße 57 werden am Donnerstag, 23. Mai, um 11 Uhr vier neue Stolpersteine verlegt. Sie sollen an Leopold und Rosa Lachmann, ihren Sohn Manfred James Lachmann sowie an den Juristen und Herausgeber Siegfried Loewenthal erinnern.

Das Ehepaar Lachmann hatte an der Bergengruenstraße seinen letzten frei gewählten Wohnsitz vor dem Transport nach Kowno/Kaunas in Litauen am 17. November 1942. Der Transport umfasste 1006 Personen. Sie alle wurden am 25. November 1942 ermordet. Bisher konnten die Namen von 812 Personen festgestellt werden.

Die Familie der Lachmanns stammte aus Filehne in der Provinz Posen. Leopold Lachmann war von Beruf Fleischer wie sein Vater, der in Filehne eine Landhandlung betrieben hatte. Sohn Manfred James Lachmann war vom 27. Juli bis 22. November 1938 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Direkt nach der Entlassung gelang ihm die Flucht in die USA.

In der Bergengruenstraße 57 lebte auch der Jurist Siegfried Loewenthal. Seine Stellung als Landgerichtspräsident verlor er bereits 1933. Er unterstützte jüdische Mitbürger unentgeltlich mit juristischem Rat und überlebte mit Hilfe seiner Familie und Freunde. Er wurde nach 1945 Präsident des Berliner Landgerichts. Loewenthal war auch Herausgeber der Juristischen Rundschau und machte sich um den Wiederaufbau der Berliner Justiz nach dem Zweiten Weltkrieg verdient. Er starb 1951. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof Dahlem.

Der Rabbiner Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, wird die Verlegung der Stolpersteine begleiten und ein Trauergebet sprechen.

Die AG Spurensuche in der Kirchengemeinde Schlachtensee hat 2012 begonnen, über die von den Nazis verfolgten und ermordeten jüdischen Anwohner in Schlachtensee, über die es kaum Kenntnisse gab, zu recherchieren. Inzwischen sind 60 Namen von ermordeten Juden im Bereich der Gemeinde bekannt. Derzeit liegen vor neun Häusern 24 Stolpersteine.

Vor der Bergengruenstraße werden Stolpersteine für Leopold, Rosa und Manfred Lachmann sowie Siegfried Loewenthal verlegt.
Rosa und Leopold Lachmann

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