Sitzung zur Zukunft des Nachbarschaftshauses am Lietzensee am 20. Oktober 2017

Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach dem Aus des Trägervereins „Nachbarschaftshaus am Lietzensee“ liegt die Zukunft der gleichnamigen Immobilie im Ungewissen. Eine außerordentliche Sitzung des Sozialausschusses soll nun Licht ins Dunkel bringen.

Es ist wohl amtlich: Der Verein „Nachbarschaftshaus am Lietzensee“ hat zum Ende des Jahres ausgedient, neue Trägerin der gleichnamigen Immobilie ist die Wilmersdorfer Seniorenstiftung. Doch wie geht es mit der Nachbarschaftsarbeit in dem Haus, ein äußerst beliebter Ort soziokultureller Arbeit, nach den am 1. Januar 2018 beginnenden Sanierungsarbeiten weiter? Darüber hat Sozialstadtrat Carsten Engelmann (CDU) die mehr als 80 Gruppen, Initiativen und Projekte in dem Haus, den Verein und die Nutzer bislang im Unklaren gelassen. „Niemand weiß, wer bleiben kann und wer nicht und für die Zeit der Renovierung gibt es keine Übergangsquartiere“, sagt Annette Tafel, Geschäftsführerin des Vereins.

Mit einer Fortführung ihrer eigenen Arbeit rechnet Tafel nicht, auch wenn die Ergebnisse der Ausschusssitzung noch einmal der Bezirksverordnetenversammlung vorgelegt werden. „Für eine Kehrtwende haben wir in der BVV zu wenig Fürsprecher, warum auch immer“, bedauert sie. Allerdings hofft sie, dass die Wilmersdorfer Seniorenstiftung – „oder welcher Träger auch immer“ – die Nachbarschaftsarbeit fortführt. „Es geht hier um Gruppen wie der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe oder die behinderter junger Menschen, die vor dem Nichts stehen“, sagt sie.

Fakt sei bislang nur, dass die Verwaltung der Stiftung die zwei oberen Etagen des Hauses in der Herbartstraße 25 beziehe. „Wir glauben, dass unser Mietvertrag nur wegen der Erweiterung des Stiftungssitzes nicht verlängert wurde und Engelmann das schon sehr lange plant. Wir fühlen uns betrogen“, sagt Tafel. Gespannt ist die Geschäftsführerin auch, wie eine pünktliche Räumung des Nachbarschaftshauses vollzogen werden soll. „Engelmann erwartet zum 31. Dezember ein leeres Gebäude. Das Haus ist aber bis Ende des Jahres ausgebucht, da sind Verträge zu erfüllen.“ Die öffentliche Sozialausschusssitzung beginnt am Freitag, 20. Oktober, um 16.30 Uhr im Rathaus Charlottenburg. maz

Autor:

Matthias Vogel aus Charlottenburg

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