Verglüht die "Sternschnuppe"?
MieterWerkStadt kämpft für den Tante-Emma-Laden in der Nehringstraße

Das mögliche Ende der "Sternschnuppe" sorgt für Unverständis. Klaus Helmerichs (li.) verteilt das Schreiben an das Immobilienunternehmen Akelius in der Nachbarschaft.
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Der Tante-Emma-Laden "Sternschnuppe" in der Nehringstraße muss schließen. Dem Betreiber flatterte kürzlich die Kündigung ins Haus. Die MieterWerkStadt Charlottenburg macht sich nun für den Erhalt des Geschäfts stark, einer Resolution soll eine Unterschriftensammlung folgen.

Ohne Vorwarnung bekam der Betreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte, die Kündigung vom Eigentümer, der schwedischen Immobilienfirma Akelius, zugestellt. „Ende Februar 2019 ist Schluss. Weil meine Existenz an dem Geschäft hängt, habe ich zweimal um einen Gesprächstermin gebeten, beide Male wurde das abgelehnt.“

Seit etwa zehn Jahren deckt die "Sternschnuppe" einen Teil des täglichen Bedarfs der Kiezbewohner ab – es gibt Lebensmittel, Tabakwaren, Schulmaterialien, Snacks und Süßigkeiten und – ganz wichtig – eine Poststation. Klaus Helmerichs von der MieterWerkStadt, ein Zusammenschluss von Mietern vornehmlich aus dem Klausenerplatz-Kiez, hat sich am Nachmittag des 16. Oktober vor die benachbarte Schule gestellt und die Resolution für den Erhalt des Ladens per Handzettel verteilt. Das Schreiben, das die Bedeutung des Geschäfts für die Nachbarschaft betont und darum bittet, den Mietvertrag doch zu verlängern, ist auf dem Weg zu Akelius. „Wir gehen jetzt an den Vermieter ran, das ist der erste Schritt“, erklärte der Aktivist den Passanten.

Der Klausenerplatz-Kiez ist ohnehin gebeutelt von Investoren, die die alten Mietshäuser aufkaufen, entmieten, sanieren und renditeträchtig verkaufen oder wieder vermieten. Auch die Kündigung des "Sternschnuppe"-Vertrages folgt keinen hehren Absichten. „Das soll eine Wohnung werden“, sagte Helmerichs. Mit der benachbarten Tischlerei habe es Akelius genauso gemacht und rufe nun einen Mietzins von 37,41 Euro pro Quadratmeter warm auf. „Man kann sich ja ausrechnen, was die 19 Quadratmeter kosten.“ Ansgar Gusy von der Grünen-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung wohnte der gut besuchten Kundgebung bei. „Das ist eine Katastrophe. Hier bricht ein Teil der Nahversorgung weg. Geschäfte wie die 'Sternschnuppe' machen das Berliner Kiezleben aus. Es muss dringend geprüft werden, ob die Umwandlung von Gewerbe in Wohnen hier nicht verhindert werden kann und ob Mietwucher vorliegt.“

Der Betreiber der "Sternschnuppe" nahm das Engagement zu seinen Gunsten zwar mit Freude wahr, Euphorie löste es aber nicht aus. „Akelius sitzt in Schweden. Ich glaube nicht, dass sich das Unternehmen davon beeindrucken lässt.“ Wie es nun weitergehe, wisse er nicht. „Man findet ja nichts mehr zu erträglichen Mieten.“

Das mögliche Ende der "Sternschnuppe" sorgt für Unverständis. Klaus Helmerichs (li.) verteilt das Schreiben an das Immobilienunternehmen Akelius in der Nachbarschaft.
Nach der Schule ist für die Sternschnuppe Rush Hour. Die Kinder machen gerne einen Abstecher in die Süßigkeitenabteilung des Ladens.

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