Alba Berlin und Stadtmission starten Modeprojekt

Wegschmeißen ist out: Akeem Vargas und Designerin Sarah Schwesig wollen Upcycling-Mützen salonfähig machen.
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Charlottenburg. Geschneidert, um zu helfen: Aus Resten der Arbeitskleidung des Recyclingriesen Alba Berlin fertigen Schneider der Stadtmission ein fesches Mützenmodell. Das verschafft dem Träger Komplimente und krebskranken Kindern Unterstützung. Kostenpunkt: 250 Euro.

Selten genug kommt es vor. Aber wenn es dem Wohl von Kindern dient, geht auch Basketballstar Akeem Vargas in die Knie. Nur so reicht Sarah Schwesig an seinen 1,92 Meter hohen Scheitel heran. Es ist die Anprobe für ein Stück Mode, das die Schneiderei der Stadtmission aus alten Shirts gefertigt hat. "Upcycling" - so heißt das Zauberwort, wenn Wegwerfgegenstände durch kreative Impulse eine neue Nutzung erfahren.

Ein um sich greifender Trend, und neuerdings eine Richtschnur für unternehmerisch-gemeinnütziges Handeln. "Water to wine" heißt die Fashion-Abteilung der Stadtmission sinnigerweise. Ein christliches Motto wird Mode. Und findet im Gemeinschaftsprojekt mit Alba Berlin eine Entsprechung. Denn was das Recyclingunternehmen an Dienstkleidung ausmustert, erhält unter den Scheren von Schwesig und ihrer Kollegen den Schnitt für ein zweites Leben. Aus alten Alba-Shirts werden fetzige Mützen. Und wer die kauft, unterstützt zu 100 Prozent "Kinderleben", einen Förderverein der Klinik für krebskranke Kinder in Berlin.

"Wir haben uns die Shirts angesehen und festgestellt: Es ist ein Stoff, der sich gut dehnen lässt, also ideal für Mützen ist", erzählt Schwesig. Nur einige schmale Fetzen, mehr bleibt von einem Shirt nicht übrig, nachdem sie sich daran zu schaffen machte. "Und theoretisch könnte man selbst aus diesen Resten noch etwas machen", merkt Schwesig an.

Verwertungskunst, passend zum Credo der Recyclingfirma, findet Alba-Geschäftsführer Rainer Kröger. "Kreislaufwirtschaft ist unser Geschäft und unsere Überzeugung", nennt er den Bezugspunkt. "Ansonsten bräuchten wir unseren Planeten Erde in dreifacher Ausführung, um die Welt in Zukunft mit Rohstoffen zu versorgen."

"Auch wir nennen es Rohstoff", stimmt Stadtmission-Direktor Hans-Georg Filker mit ein. Und meint damit die Textilspenden als Grundlage des Upcyclings. "Water to Wine" heiße, aus gebrauchten Dingen etwas Besonderes zu machen. Doch gerade die gebrauchten Dinge werden derzeit knapp, weshalb Filker bei der Präsentation der Mütze zur Kleiderspende ermuntert. Übersetzt auf das Projektmotto heißt das: Die Verwandlung zu Wein läuft so flüssig, dass es allmählich an Wasser fehlt.

Wer eine Upcycling-Mütze kaufen möchte, findet dieses Produkt im Alba-Fanshop in der Knesebeckstraße 56-58. Ausgemusterte Kleidung für das Stadtmission-Projekt "Water to Wine" kann man abgeben bei der Bahnhofsmission am Zoologischen Garten oder in der City Station, Joachim-Friedrich-Straße 46.
Thomas Schubert / tsc
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Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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