Stimme für Friedrich Merz
Timur Husein ist Delegierter beim CDU-Parteitag

Timur Husein will beim Bundestreffen der Union in Hamburg reden.
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  • Timur Husein will beim Bundestreffen der Union in Hamburg reden.
  • Foto: Thomas Frey
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1001 Parteimitglieder treffen sich am 7. und 8. Dezember zum CDU-Konvent in Hamburg. Einer kommt aus Friedrichshain-Kreuzberg: Timur Husein, Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und seit kurzem Kreischef der Union im Bezirk.

Auf dem Parteitag wird nach 18 Jahren eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für Angela Merkel an der Spitze gewählt. Für wen votieren Sie?

Timur Husein: Ich tendiere zur Zeit dazu, Friedrich Merz zu wählen. Da ich mich dem konservativen Flügel der Partei zurechne, ist er schon deshalb mein Kandidat. Außerdem hat Friedrich Merz bewiesen, dass er Themen und Inhalte setzen kann. Er war vor langer Zeit und nur sehr kurz CDU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Trotzdem sind bis heute zwei Begriffe mit ihm verbunden. Die deutsche Leitkultur und die Steuererklärung auf dem Bierdeckel. Von Volker Kauder zum Beispiel, der weitaus länger als Fraktionschef amtierte, ist ähnliches nicht bekannt.

Wie bewerten Sie die beiden anderen aussichtsreichsten Mitbewerber, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn?

Timur Husein: Annegret Kramp-Karrenbauer ist sympathisch, kompetent und eine gute Generalsekretärin. Ich würde es auch gut finden, wenn sie unter einem Parteichef Merz auf diesem Posten bleiben könnte. Aber das ist wohl eher unwahrscheinlich. Jens Spahn halte ich für den Job des Vorsitzenden noch zu jung. Außerdem hat er als Gesundheitsminister genug zu tun. Öffentlich inszenierte Treffen mit dem US-Botschafter oder anderen Personen aus dem Trump-Umfeld haben mir ebenfalls nicht gefallen.

Dass es mehrere Kandidaten gibt, die sich um den Parteivorsitz bewerben und dafür in den vergangenen Wochen sogar auf Vorstellungstour durch die Republik unterwegs waren, ist nicht nur bei der CDU die Ausnahme. Wie haben Sie das erlebt?

Timur Husein: Sehr positiv. Es ist Teil einer offenen Debattenkultur, die nicht nur ich schon lange fordere. Es ist und bleibt zwar richtig, dass am Ende die Delegierten eines Parteitags über die Führung entscheiden. Aber die Mitglieder müssen die Möglichkeit haben, sich ein Bild zu machen.

Unabhängig davon, ob sich Ihr Favorit durchsetzt. Was erwarten Sie von der künftigen Führungsfigur und wohin wird sich die Partei entwickeln?

Timur Husein: Ich erwarte, dass von der Partei künftig mehr Impulse in Richtung Fraktion und von dort auch in die Regierung kommen. Nehmen wir nur das Beispiel doppelte Staatsbürgerschaft. Beim Parteitag vor zwei Jahren beschloss eine Mehrheit, dass das bisherige Modell auslaufen soll. Trotzdem sagte Frau Merkel danach, sie fühle sich an das Votum nicht gebunden. Mit einem Vorsitzenden Friedrich Merz wird es ähnliches wahrscheinlich nicht mehr geben. Als konservativer Vertreter in der Partei denke ich auch, die CDU wird sich künftig sicher nicht noch weiter nach links bewegen, sondern wieder Richtung Mitte.

2016 haben Sie beim Parteitag einen Antrag eingebracht und eine Rede gehalten. Ist ähnliches auch in Hamburg zu erwarten?

Timur Husein: Ja. Zusammen mit anderen Kreisverbänden gibt es einen Antrag der CDU Friedrichshain-Kreuzberg, der ein Verbot des sogenannten "Wolfsgrußes" fordert. Er ist das Erkennungszeichen der nationalistischen türkischen Organisation "Graue Wölfe". Wir finden, so etwas hat in Deutschland nichts verloren.

Timur Husein will beim Bundestreffen der Union in Hamburg reden.
Timur Husein sprach 2016 auf dem CDU-Parteitag in Essen. Auch beim Bundestreffen der Union in Hamburg plant er einen Auftritt am Rednerpult.

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