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Drei Obdachlosencamps geräumt: Einsatz von Polizei und Ordnungsamt

Wo: Helsingforser Straße, Helsingforser Str., 10243 Berlin auf Karte anzeigen
Reste des Lagers an der Helsingforser Straße wurden eingesammelt.
Reste des Lagers an der Helsingforser Straße wurden eingesammelt. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain. Bei einer gemeinsamen Aktion der Polizei und des Ordnungsamtes sind am 17. Oktober drei illegale Zeltlager in Grünanlagen aufgelöst worden.

Besonders im Fokus war dabei das Camp in der Nähe des Berghain. Dort und im angrenzenden Park entlang der Helsingforser Straße haben sich in den vergangenen Wochen teilweise bis zu 70 Obdachlose aufgehalten.

Beim Einsatz wurden allerdings nur noch 14 Personen angetroffen. Wahrscheinlich deshalb, weil Handzettel in verschiedenen Sprachen am Abend zuvor die nahe Räumung angekündigt hatten.

Gegen die noch Verbliebenen wurden Platzverweise ausgesprochen. Allerdings waren auch zwei Sozialarbeiterinnen vor Ort, die auf mögliche Hilfsangebote hinwiesen. Nach Angaben des Ordnungsstadtrates Andy Hehmke (SPD) sei dies von mehreren Personen nachgefragt worden. Wie die Unterstützung konkret aussehen kann, ist aber gerade bei osteuropäischen EU-Bürgern nicht ganz einfach zu beantworten. Sie haben beispielsweise keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

Ähnlich verlief das Vorgehen in der Folge bei zwei weiteren bisherigen Lagerstätten an der East Side Gallery sowie am Annemirl-Bauer-Platz. Im ersten Fall waren dort noch fünf Menschen, einige weitere hätten sich bereits beim Eintreffen der Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter entfernt. Für den Annemirl-Bauer-Platz wurde die Zahl mit vier angegeben.

Vor allem an der Helsingforser Straße wurde das Gelände danach beräumt. Darüber hinaus geht es auch um das Bekämpfen von Ratten, die dort zuletzt in großer Zahl vorkamen.

Trotz der Räumung und Platzverweise kann nicht ausgeschlossen werden, dass Grünflächen erneut besiedelt werden. Um das zumindest postwendend zu verhindern hat es zunächst verstärkte Kontrollen auch in der Nacht gegeben. Dadurch ist das Problem jedoch nicht gelöst, erst recht nicht vor dem beginnenden Winter: Einige der bisherigen Bewohner sind jetzt irgendwo in der Stadt unterwegs, suchen vielleicht neue Plätze oder probieren, langfristig wieder auf ihren alten zu siedeln. tf

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