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Bildungsstadträte fordern gemeinsames Servicezentrum für Volkshochschulen

Treptow-Köpenick. Die Bildungsstadträte von acht Berliner Rathäusern haben Alarm geschlagen. Sie fordern von der Landesregierung ein gemeinsames Servicezentrum aller Volkshochschulen.

„Das Servicezentrum soll Unterrichtsmaterialien zentral in Auftrag geben und Prüfungsunterlagen erstellen. Außerdem soll der Kundenservice der Volkshochschulen damit verbessert werden“, sagt Stadträtin Cornelia Flader (CDU), zuständig für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport und Mitunterzeichnerin der gemeinsamen Presseerklärung. Die Finanzierung für das benötigte Servicezentrum ist bisher nicht in den Landeshaushalt eingestellt. Die Bezirke halten an der Schaffung eines Servicezentrums fest und bitten das Abgeordnetenhaus von Berlin, die jährlich benötigten zwei Millionen Euro im aktuell diskutierten Doppelhaushalt 2018/2019 bereitzustellen. Im Koalitionsvertrag von 2016 ist die Schaffung des Servicezentrums bereits verankert.

Nach Aussage der unterzeichnenden Bildungsstadträte wird die Fortbildung von Erwachsenen im Land Berlin seit Jahren stiefmütterlich behandelt. Obwohl das Personal seit dem Jahr 2000 um gut ein Viertel abgebaut wurde, sind die Leistungen seitdem um 20 Prozent gestiegen. Von einem Euro im Bildungsetat des Landes Berlin wird nur ein Drittel Cent für die Volkshochschulen aufgewandt. „Damit ist Berlin nicht zukunftssicher aufgestellt. Für das lebenslange Lernen in digitalen Welten, für den Ausbau der beruflich relevanten Prüfungsvorbereitung und -abnahme, für den Ausbau des Bildungs- und Kundenservice in einer wachsenden Stadt sowie für die Bildungsintegration von Eingewanderten benötigen die bezirklichen Volkshochschulen ein gemeinsames Servicezentrum“, schreiben die acht Bildungsstadträte in der gemeinsamen Erklärung.

Trotz der spärlichen Ausstattung leisten die Volkshochschulen Enormes. Rund 240 000 Erwachsene nehmen berlinweit pro Jahr an Kursen zur beruflichen Weiterbildung, an Sprachprogrammen für Flüchtlinge und an Sprachtests für die Einbürgerung teil.

Dem Hilferuf haben sich alle Bezirke außer Renickendorf, Lichtenberg, Pankow und Steglitz-Zehlendorf angeschlossen.RD

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