Lesestoff aus zweiter Hand
Kunstfabrik richtet Bücherbörse ein

Matthias Seidel von der Kunstfabrik Köpenick mit der schnell wachsenden Büchersammlung.
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  • Matthias Seidel von der Kunstfabrik Köpenick mit der schnell wachsenden Büchersammlung.
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Was tun, wenn die Bücherstapel immer höher werden und kaum noch Platz für eine Neuerwerbung ist? Über Tauschprojekte können ausgelesene Werke ein zweites Leben bekommen.

Seit Anfang Juli bietet die Kunstfabrik Köpenick, die sich viele Jahre als Träger des Stadttheaters einen Namen gemacht hat, eine Bücherbörse an. „Zu uns kommen zum Beispiel Leute, die die Wohnung ihrer Eltern auflösen oder selbst zu viele Bücher haben und Platz für etwas Neues brauchen. Und zum Wegwerfen oder für die Papierbank sind viele Bücher oft noch zu schade“, erklärt Matthias Seidel von der Kunstfabrik.

In den ersten Wochen ist bereits ein Bestand von rund 2000 Büchern zusammengekommen. Fast jeden Tag werden es mehr. „Wir haben überwiegend Bücher, die ältere Leute gerne lesen, die Generation Harry Potter und Co. können wir im Moment kaum bedienen“, sagt Manfred Seidel.

Für die Bücherbörse und das angeschlossene Lesecafé hat das Jobcenter Treptow-Köpenick zwei geförderte Stellen zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiter sortieren und katalogisieren die Neueingänge und stellen sie zur Ausgabe bereit. Wer Bücher mitnehmen möchte, muss nicht zwingend im Austausch Bücher abgeben und alles ist natürlich kostenlos. Besucher können sich sogar ins Lesecafé setzen und bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein in den Beständen schmökern. Für Recherchen gibt es hier auch einen Internetzugang, pro Stunde Nutzung sind 50 Cent fällig.

Besonders gefragt sind übrigens Krimis. Auch von diesem Genre kommen fast jeden Tag Neuzugänge herein. „Manche Besucher bringen gleich mehrere Umzugskartons, um im Bücherregal wieder Platz zu schaffen“, erklärt Matthias Seidel. Bücherbörse und Lesecafé befinden sich in der Friedrichshagener Straße 8r und sind über eine Stichstraße vom Hauptarm der Friedrichshagener Straße zu erreichen. Früher befand sich in diesem Gebäude die Stasi-Kreisdienststelle Köpenick, daran erinnert eine gut sichtbare Gedenktafel. Geöffnet sind Bücherbörse und Lesecafé Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16 Uhr und am Freitag von 8.30 bis 14 Uhr, in dieser Zeit können auch Bücherspenden abgegeben werden. Auskünfte unter Telefon 65 01 62 30.

Matthias Seidel von der Kunstfabrik Köpenick mit der schnell wachsenden Büchersammlung.
Für fast jeden Geschmack - von Dschingiskhan über Nina Hagen bis zu Friedrich dem Großen.
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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