Lachen über den Hauptmann

So einfach wie 1906 kommt der Hauptmann nicht mehr ins Rathaus hinein.
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  • Foto: Achim Purwin
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Köpenick. Achim Purwin (72) ist Karikaturist im Unruhestand. Schon mehrfach hat der Grafiker aus Niederschöneweide den Hauptmann von Köpenick in Szene gesetzt.

Jetzt hat Purwin dem kriminellen Schustergesellen sogar eine komplette Ausstellung gewidmet. Die Bilder in der Köpenicker Rathausgalerie zeigen, in welche absurden Situationen der Möchtegern-Hauptmann in der Gegenwart geraten könnte. Da muss er als Beiwerk für Selfies mit dem Handy herhalten oder er wird trotz Uniform von einer Bürgeramtsmitarbeiterin gestoppt, weil er keine Wartenummer gezogen hat.

Der Hauptmann als Köpenicker Marke hat es Achim Purwin bereits vor Jahren angetan. So lieferte er ihn für Bierdeckelwerbung und bis vor ein paar Monaten hing sogar ein 100-Quadratmeter-Bild des Hauptmanns an einer Fassade in der Wendenschloßstraße. Dass musste leider abmontiert und eingelagert werden, weil das Nachbargrundstück bebaut wurde.

„Das Schicksal des Wilhelm Voigt kann immer noch Menschen treffen. Wer keine Wohnung hat, bekommt keine Arbeit. Und ohne Arbeit kann man keine Wohnung bezahlen, ein Teufelskreis“, findet Achim Purwin.

Zu sehen sind die Cartoons zum 110. Jahr der Köpenickiade noch bis zum 6. November im Köpenicker Rathaus, Alt-Köpenick 21. Der Titel „So’n Glück – der Hauptmann von Köpenick ist zurück“ ist dabei durchaus Programm. Denn mit dem Hauptmann, der sich 1906 ganze zwei Stunden in Köpenick aufgehalten hat, macht der Bezirk bis heute Werbung. Den anderen berühmten Köpenicker, den Wendenfürsten und Namensgeber Jacza von Köpenick (um 1150), kennen höchstens Historiker.RD

Geöffnet ist die Ausstellung wochentags von 8 bis 20 Uhr und am Wochenende von 9 bis 17 Uhr.

Ein Kurzfilm von der Eröffnung ist hier zu sehen:

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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