Zum „Maskenball“ bei Vater Zille
Nach drei Monaten Schließung gibt es wieder Vorstellungen im Stubentheater

"Pinselheinrich" Zille (Albrecht Hoffmann) und die Portier'sche setzen das Hygienekonzept auch spielerisch um.
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Bei der Eröffnung 2010 war „Zilles Stubentheater“ mit damals 15 Plätzen die wohl kleinste Bühne der Stadt. Mit zwölf Plätzen wagt Theaterchef Albrecht Hoffmann nun nach drei Monaten Stillstand den Neuanfang.

Eigentlich hat die Bühne, die seit 2016 in größeren Räumen an der Jägerstraße 4 residiert, regulär Platz für 36 Zuschauer. „Die Reduzierung ist dem vom Land Berlin geforderten Hygienekonzept geschuldet. Ein Teil der Sitze muss frei bleiben, damit die geforderten Abstandsregeln eingehalten werden können“, erklärt Albrecht Hoffmann, der auf seiner Bühne oft als „Pinselheinrich“ Zille auftritt. Dafür haben er und seine Mitarbeiter mehrere Woche ein spezielles Konzept erarbeitet. Beim Betreten des Theaters tragen alle Besucher Gesichtsmasken, die erst am Platz abgelegt werden. Sie müssen sich die Hände waschen oder desinfizieren. Der Toilettenbereich darf nur von maximal zwei Besuchern gleichzeitig betreten werden. „Wir haben unser Hygienekonzept spielerisch in die Vorstellung integriert. Die Besucher werden von den Schauspielern vor dem Eingang empfangen und bekommen hier eine eigene, frisch gereinigte und desinfizierte Gesichtsmaske ausgehändigt. Damit vermeide wir, das Menschen mit wochenlang nicht gereinigten Masken als Viren- oder Bakterienschleuder im Publikum sitzen“, erklärt Albrecht Hoffmann.

„Unser Publikum hält zum Theater“

Hoffmann hat 2010 das Theater in einem früher von ihm betriebenen Schreibwarenladen gegründet und war 2016 von der Grünstraße an den Schüßlerplatz umgezogen. Seidem Umzug haben rund 10 000 Menschen die Vorstellungen mit Zille-Programmen oder Gastspielen besucht. Seit der amtlichen Schließung Mitte März sind leider zahlreiche Vorstellungen ausgefallen, darunter auch eine Lesung mit dem Linken-Politiker Gregor Gysi. Fast alles soll in den kommenden Wochen nachgeholt werden. Wegen der reduzierten Gästezahl sollen einige Vorstellungen auch mehrfach gezeigt werden. „Wir hatten kaum Besucher, die ihre bereits gekauften Karten zurückgeben wollten. Unser Publikum hält zum Theater und wir holen die ausgefallenen Vorstellungen nach oder bieten in den nächsten Wochen Ersatz an“, verspricht Hoffmann.

Nach ersten Einschätzungen kann er sein Theater derzeit zwar ohne Gewinn, aber wenigstens kostendeckend betreiben. Über die Zeit der Schließung hat ihm die staatliche Entschädigung geholfen. „Die habe ich einer Nachschicht nach mehrstündigem Warten im Internet an einem Freitag beantragt, am Dienstag danach war das Geld bereits auf dem Konto“, freut sich Albrecht Hoffmann.

Programm und Informationen: www.heinrich-zille-darsteller.de

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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