Historische Postmeilensäule steht wieder auf dem Köllnischen Platz

Stefan Förster vom Heimatverein am Postmeilenstein. | Foto: Ralf Drescher
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Wissen Sie, wie weit es vom Köpenicker Schloss bis zum im Bau befindlichen Stadtschloss in Mitte ist? Genau zwei Meilen. Das zeigt jetzt wieder ein über 150 Jahre alter Postmeilenstein an.

Erst vor Kurzem wurde der restaurierte Entfernungsanzeiger aus sächsischem Sandstein wieder auf dem Köllnischen Platz aufgestellt. Dort war der Stein um 1840 aufgestellt worden, um den Postkutschen die Entfernung nach Berlin anzuzeigen. Die zwei preußischen Meilen entsprechen ziemlich genau 15 Kilometern. Diese Maßeinheit wurde erst mit der Reichsgründung 1871 eingeführt.

Die deutschlandweit agierende Forschungsgruppe Meilensteine hatte die Suche nach dem Stein angeregt. Mitglieder des Heimatvereins Köpenick wurden im Sommer 2015 fündig. „Unser Vereinsmitglied Kurt Wernicke, selbst Historiker und mit 85 Jahren auch ein alter Köpenicker, konnte sich daran erinnern, dass der Stein im Umfeld der Langen Brücke gestanden hatte. Auf dem Gelände der Marinekameradschaft haben wir ihn dann wiederentdeckt“, erzählt Stefan Förster vom Heimatverein Köpenick.

Vermutlich war der Stein nach Bauarbeiten am Köllnischen Platz vor mehr als einem halben Jahrhundert ausgebaut und dann vergessen worden. Auf dem heute von der Marinekameradschaft genutzten Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamts hatte er dann jahrzehntelang als Halter für eine Umlenkrolle zum Bootstransport gedient.

Inzwischen wurde der Stein behutsam restauriert und nun am alten Standort wieder aufgestellt.

Ein Geheimnis aber bleibt. Auf der Rückseite des Steins sind nur noch Schriftfragmenten erhalten. „... Meile bis Coepnick“ steht dort. „Vermutlich war dort eine Viertelmeile, das sind 1700 Meter, vermerkt, die die Entfernung in die Köpenicker Altstadt angegeben hat“, sagt Rolf Zimmermann von der Forschungsgruppe Meilensteine.

Demnächst soll der Stein noch eine Informationstafel erhalten. Die Restaurierung des wertvollen Zeitzeugen der Verkehrsgeschichte wurde übrigens aus Kiezkassengeldern bezahlt. Für seine Aufstellung sorgte das bezirkliche Tiefbauamt, welches damit sozusagen das Erbe der einstigen preußischen Straßenverwaltung angetreten hat.

Schon wenige Jahre nach der ersten Aufstellung war der Meilenstein übrigens nur noch ein Symbol. Bereits ab 1842 fuhren die Köpenicker nicht mehr mit der Postkutsche, sondern mit der neu eröffneten Frankfurter Eisenbahn in die Residenzstadt Berlin. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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