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Filter wird wieder flottgemacht: Rund 30 000 Euro kostet die Reparatur der Anlage für den Obersee

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Die Algenblüte machte dem Obersee in der Vergangenheit zu schaffen: Vögel und Fische starben.
Die Algenblüte machte dem Obersee in der Vergangenheit zu schaffen: Vögel und Fische starben. (Foto: Wrobel)

Alt-Hohenschönhausen. Seit Monaten funktioniert die Filteranlage für den Obersee mehr schlecht als recht: Algen und Kalk verstopfen den Filter. Eine teure Reparatur soll den Filter nun wieder flottmachen.

„Optisch ist der Seefilter ja eine tolle Anlage, aber technisch ist er so gut wie tot“, bilanzierte Kevin Hönicke (SPD) den Zustand des Filters für den Obersee auf der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung. Seit Monaten funktioniert der Filter an der Oberseestraße 5-7 nicht mehr richtig.

Er besteht aus mehreren Becken, deren Grund mit einem speziellen Filterkörper aufgefüllt ist. Zusätzlich wurde in den Becken flächig Schilf angepflanzt. So soll das Wasser aus dem benachbarten Obersee ganz biologisch gereinigt werden: unterirdische Rohrleitungen pumpen sein Wasser in die Filterbecken. Ziel ist es, die Wasserqualität des Obersees zu verbessern. Denn er hat keine Zuleitungen und ist ein künstlich angelegtes Regenrückhaltebecken. In der Vergangenheit führten hohe Konzentrationen von Phosphor und von Blaualgen zum Fisch- und Entensterben.

Tatsächlich wurde schon kurz nach der Inbetriebnahme des Filters im April 2016 festgestellt, dass die Anlage nicht so gut funktioniert. Nach kurzer Laufzeit verringerte sich die Versickerung, wie das Bezirksamt auf eine Anfrage von Hönicke bestätigt. Zunächst war unklar, woran das lag. Ein vom Bezirksamt beauftragtes Gutachten hat ergeben: Schuld sind Kalk und Algen aus dem Seewasser, welche die oberste Filterschicht teilweise verstopft haben. Um eine nicht mehr rückgängig zu machende Verstopfung in allen Becken zu verhindern, wurde der Filter vorsorglich außer Betrieb genommen.

Erst jetzt steht die Reparatur an: Helfen soll unter anderen die Wiederauffrischung der Schilfbepflanzung. Das Wachstum dieser Pflanze wirkt der ungewollten Sperrschicht entgegen. Aktuell wird Schilf nachgepflanzt und der Bestand gedüngt. Ein Probebetrieb ist erstmal für April geplant. Ist dieser erfolgreich, soll der Filter Anfang Juni in vollem Umfang wieder in Betrieb gehen.

Insgesamt wird die Reparatur der Anlage den Bezirk rund 30 000 Euro kosten. Das ergab ebenfalls eine Nachfrage des Bezirksverordneten Kevin Hönicke. Jedoch bekräftigte der zuständige Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU), dass mit dem Ausfall des Filters zunächst keine Schäden am Naturhaushalt des Obersees entstanden sind. Ohnehin wäre die Filteranlage im Winter nicht in Betrieb. KW

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