Skepsis gegenüber Essenslieferanten
Parteien im Bezirk befürchten Qualitätsrückgang beim Schulessen

Das Schulessen an den Grundschulen soll ab kommendem Schuljahr kostenfrei sein. Der Beschluss des Senates vom Dezember vergangenen Jahres löste in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf kontroverse Diskussionen aus.

Eine Reihe von Unwägbarkeiten des Senatsbeschlusses spielen dabei eine wichtige Rolle. Gegenwärtig sind noch 37 Euro monatlich für ein Schulessen zu zahlen. Niemand weiß aber genau, für wie viele Kinder das kostenlose Schulessen künftig bestellt werden wird.

Der Senat geht von einer Zuwachsrate von 14 Prozent im Berliner Durchschnitt aus und hat zunächst 40 Millionen Euro für das kostenlose Schulessen pro Jahr bereitgestellt. Der Verband der Caterer geht sogar von einer Steigerung der Bestellungen um 60 Prozent aus. Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) schätzt, dass dann 13000 Schüler im Bezirk das kostenlose Schulessen nutzen werden. „Wie viele Schüler den Anspruch auf kostenloses Schulessen wahrnehmen, wird die Zukunft zeigen“, erklärte er auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion vor der Bezirksverordnetenversammlung.

„Schon jetzt haben die Caterer bei den ihnen zugeteilten Haushaltsmitteln Qualitätsprobleme. Die werden sich mit der Ausweitung des Angebots sicherlich nicht beheben lassen“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander J. Herrmann. Besser wäre, wenn nur Eltern, die sich ein qualitativ hochwertiges Schulessen für ihre Kinder nicht leisten können, dieses kostenlos bekämen. 

Qualitätsprobleme beim gegenwärtigen Schulessen befürchtet auch der Fraktionsvorsitzende der Linken  Björn Tielebein. Er begrüßt jedoch am Senatsbeschluss, dass beispielsweise Hartz-IV-Empfänger künftig keine Dokumente mehr vom Jobcenter vorlegen müssen, um das Schulessen für ihre zum ermäßigten Preis zu bekommen. Derzeit müssen sie einen Eigenanteil von einem Euro pro Essen leisten. „Ein Recht auf Schulessen für alle ist besser als Ermäßigungen für Einzelne“, erklärte er.

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