Rettungskur für die Apostel
Berliner Dom braucht 1,6 Millionen Euro für Restaurierung

Damaris Gorrissen, Baudenkmalpflegerin und Sandsteinexpertin, prüft die Schäden.
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  • Damaris Gorrissen, Baudenkmalpflegerin und Sandsteinexpertin, prüft die Schäden.
  • Foto: Foto: Svenja Pelzel
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat eine deutschlandweite Spendenkampagne für Deutschlands kolossalen Sakralbau gestartet. Der über hundert Jahre alte Berliner Dom soll in den kommenden vier Jahren saniert werden.

Apostel Simon hebt schützend die Hand, als ob er sich vor dem Wetter und Straßen-dreck schützen will. Doch die riesige Figur auf dem Domdach in 40 Meter Höhe ist grün in den Haaren und an den Händen. Moos wächst auf der Skulptur und frisst sich immer tiefer in den Sandstein. Friese, Säule und Ornamente sind verwittert, Fugen aufgeplatzt und Teile schon abgebrochen. Der Dom zerbröselt und muss dringend saniert werden.

Wetter und Straßendreck haben den Fassaden stark zugesetzt. Ruß und Gummiabrieb verhinderten, dass der Stein „atmet“. Die schwarzen Schichten müssen dringend runter, undichte Fugen geschlossen werden. Wenn weiter Wasser eindringen kann, zerplatzen die Sandsteinfiguren und -teile immer weiter. Wie schlimm es um den Dom bestellt ist, habe man erst bei der Sanierung des Glockenturms festgestellt, wie Domarchitektin Sonja Tubbesing sagt. Die Experten konnten erst vom Gerüst aus die Risse und aufgeplatzten Fugen erkennen. „Wir sind kalt erwischt worden und müssen dringend handeln", sagt auch der Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, Volker Faigle.

100 Euro für Schlussstein, 500 für ein Fassadenornament

Für die Restaurierung benötigt die Domgemeinde 1,6 Millionen Euro. Weil das der Dom nicht alleine wuppen kann, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz eine Spendenkampagne gestartet. Schauspielerin und Sängerin Eva Mattes hat die Schirmherrschaft für das Vorhaben übernommen. Für 30 Euro können Spender schon helfen, einen Teil des Zahnfrieses zu retten, geht aus dem Spendenflyer hervor. Reinigung und Restaurierung einer Säule kann man schon mit 50 Euro unterstützen. Für 100 Euro kann ein Schlussstein am Rundbogen wieder sicher gemacht werden. „Mit 500 Euro retten Sie ein Fassadenornament. Mit 1500 Euro helfen Sie bei der Sanierung eines Säulenkapitells“, steht im Flyer.

Auch im Inneren des Berliner Doms muss ständig etwas gemacht werden. Derzeit wird die Gruft der Hohenzollern mit mehr als 90 Särgen im Keller saniert. Der Bund und das Land Berlin geben dafür 17 Millionen Euro. Die Einnahmen aus Eintritten und Kirchensteuern reichen nicht aus. Den in seiner jetzigen Form 1905 eröffneten Berliner Dom besuchten im vergangenen Jahr rund 140 000 Menschen.

Alle Informationen rund um das Spendenprojekt unter www.rettet-den-berliner-dom.de.

Damaris Gorrissen, Baudenkmalpflegerin und Sandsteinexpertin, prüft die Schäden.
Dunkel und bemoost ist Apostel Simon.
Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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