Neue Wache im neuen Licht: Gedenkstätte Unter den Linden nach Sanierung wieder geöffnet

Die Neue Wache wurde für eine halbe Million Euro saniert.
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Mitte. Schinkels Neue Wache Unter den Linden zwischen Humboldt-Universität und Zeughaus ist nach sechsmonatiger Sanierung wieder geöffnet.

Das zwischen 1816 und 1818 als Wachhaus für die Wache des Königs nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel und Salomo Sachs errichtete Gebäude ist jetzt auch für Rollstuhlfahrer bequem zugänglich. Außen wurde eine Rampe aus Naturstein am Säulengang angebaut. Innen führen beidseitig zwei Steinrampen in Deutschlands zentrale Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Insgesamt eine halbe Million Euro hat die Sanierung der Neuen Wache gekostet. Neben der Barrierefreiheit stand die Beleuchtung im Fokus der Arbeiten. Die Halle mit der vierfach vergrößerten Kopie der Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ von Käthe Kollwitz – das Original steht im Käthe-Kollwitz-Museum in der Fasanenstraße – ist jetzt besser ausgeleuchtet. Auch der Säulengang erstrahlt mit neuen LED-Lampen in wärmerem Licht. Die Bodenstrahler für die Außenfassaden wurden ebenfalls erneuert. Erstmals wird auch die Nordseite des denkmalgeschützten Gebäudes angestrahlt. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Leute im Schutz der Dunkelheit an der Rückseite erleichtern, wie Projektleiter Günter Denk vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sagt, das die Sanierung für den Eigentümer, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), durchgeführt hat.

Zu DDR-Zeiten war die Neue Wache Mahnmal für die Opfer des Faschismus. In einem Glasprisma loderte die Ewige Flamme. Bis zur Wiedervereinigung standen zwei Soldaten des Wachregiments Friedrich Engels als Ehrenwache am Eingang. Touristen-Highlight waren die großen Wachaufzüge Unter den Linden, bei denen die Elitesoldaten im Stechschritt abgelöst wurden. Die DDR-Führung wollte eigentlich die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Neue Wache abreißen, weil sie auch bei den Nazis als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges diente. Doch die Russen bestanden auf eine Rekonstruktion. Am 8. Mai 1960, dem 15. Jahrestag der Befreiung, wurde das von Heinz Mehlan geschaffene Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus von der Partei- und Staatsführung der DDR eingeweiht. Die Neue Wache ist seit 1931 Gedenkort. DJ

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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