Berliner haben einen Vogel
Naturkundemuseum sucht jetzt in ganz Deutschland Nachtigall-Lieder

Eine Nachtigall im Park.
  • Eine Nachtigall im Park.
  • Foto: Daniela Friebel
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Nachtigall ick hör' dir trällern. Für ein Forschungsprojekt suchen Wissenschaftler des Naturkundemuseums jetzt deutschlandweit Gesangsaufnahmen der Nachtigall.

Im Frühjahr 2018 hatten über 1100 Berliner für das vom Museum für Naturkunde in der Invalidenstraße 43 initiierte Bürgerforschungsprojekt „Forschungsfall Nachtigall“ den Songs der Vögel gelauscht und sie per App aufgenommen. Unter dem Titel „Deutschland sucht die Nachtigall“ wollen die Forscher nun herausbekommen, ob Berliner Vögel anders trällern als woanders. Ab April sind alle aufgerufen, deutschlandweit den Gesang der Nachtigallen aufzunehmen.

Singt die Nachtigall in Dialekten, gibt es regionale Unterschiede? Welche Brutstätten bevorzugt sie und welche Sehnsüchte verbinden Menschen mit dem Nachtigall-Gesang? Das sind die Fragen des Bürgerforschungsprojektes. Jeder kann mitmachen. Mit der vom Naturkundemuseum entwickelten kostenfreie App „Naturblick“ kann man die Nachtigallen in seiner Umgebung aufnehmen und mit automatischer Orts- und Zeitangabe an die Datenbank des Projekts schicken.

Eigener Stil der Berliner Nachtigallen?

Beim Berliner Songcontest 2018 mit den Liebesliedern der Hauptstadt-Nachtigallen konnten die Wissenschaftler über 2000 neue Strophentypen zu dem bisher wissenschaftlich bekannten Gesangsrepertoire hinzufügen, das die Liebeslieder der Nachtigall-Männchen ausmacht. Eine Erkenntnis: Die Berliner Nachtigallen singen komplexer als gedacht. Um besser zu verstehen, ob nicht nur die Nachtigallen der Hauptstadt so vielseitig singen, benötigen die Experten jetzt deutschlandweite Gesangsaufnahmen der Nachtigall. Vielleicht trällern Nachtigallen im Süden oder Westen Deutschlands andere Lieder als in Berlin?

Das Bürgerforschungsprojekt „Forschungsfall Nachtigall“ ruft zum deutschlandweiten Nachtigall-Scan. Mit der App „Naturblick“ kann jeder anonym oder mit Pseudonym mit einem Klick Gesänge aufzeichnen und mit automatischer Orts- und Zeitangabe verschicken. Anhand der Ortsangaben untersuchen die Forscherteams, ob Nachtigallen anderswo auch wirklich anders singen als die Berliner Vögel, wo und in welchen Lebensräumen sich Nachtigallen in eher ländlichen Gebieten aufhalten und ob sie sich von Licht oder Lärm stören lassen.

Programm für Bürgerforscher

Die Aufnahmen der Gesänge werden genau analysiert und auf regionale Unterschiede untersucht. Das ganze Jahr sind gemeinsam mit den Bürgerforschern Veranstaltungen geplant, um das Phänomen Nachtigall und deren Gesang im kulturwissenschaftlichen Rahmen zu beleuchten. Am 10. Mai zum Beispiel findet im Volkspark Friedrichshain das Event „Picknick & Poesie“ statt. Von Ende April bis Anfang Juni wird es jeden Freitag und Samstag eine Mitternachtsexkursion in eine Berliner Grünanlage geben. Alle Details dazu finden sich hier: https://bwurl.de/14at.

Das Nachtigall-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für zwei Jahre gefördert, um die Zusammenarbeit von Bürgern und Wissenschaftlern inhaltlich und methodisch voranzubringen.Weitere Informationen gibt es unter https://bwurl.de/14au und http://www.buergerschaffenwissen.de

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