Traditionelle Unternehmenskultur
Arbeiten zwischen Wunschbild und Wirklichkeit

Mitarbeiter wünschen sich moderne Unternehmenskultur, arrangieren sich aber aktuell mit traditionellen Arbeitsweisen.
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  • Foto: Joseph Mucira/Pixabay
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Die meisten deutschen Unternehmen pflegen eine eher traditionelle Unternehmenskultur und widersprechen damit in einigen Bereichen den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter. Diese Kontroverse in Sachen Unternehmenskultur fördert eine aktuelle Studie der Königsteiner Gruppe zu Tage für die deutschlandweit 3000 Arbeitnehmer befragt wurden.

Demnach präferieren 72 Prozent der befragten Teilnehmer eine moderne Unternehmenskultur, die sich aus ihrer Sicht vor allem durch flache Hierarchien, offene Kommunikationspraxis über Führungskräfte hinweg und eine gemeinsame, mitbestimmende Zielfestlegung äußert. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren bevorzugen eine solche Kultur überdurchschnittlich hoch (79 Prozent).

Demgegenüber steht allerdings, dass 58 Prozent aller Teilnehmer von klaren Hierarchien und strikt einzuhaltenden Vorgaben bei ihrem aktuellen Arbeitgeber berichten. Zudem: 72 Prozent der Mitarbeiter würden einen Führungsstil bevorzugen, der die Mitarbeiter beteiligt. In der Realität sind die Erfahrungswerte diesbezüglich allerdings durchaus auch widersprüchlich: Denn einerseits geben 65 Prozent der Befragten an, dass ihre Führungskräfte zurzeit eine klare Richtung vorgeben und andererseits sagen 51 Prozent, dass sie ihre Ziele gemeinsam mit ihren Vorgesetzten festlegen.

„Was die Themen Zielvorgabe sowie Vorgaben zur strategischen Richtung durch Führungskräfte betrifft, herrschen derzeit überwiegend traditionelle Arbeitsweisen in deutschen Unternehmen vor. Trotzdem sehen wir, dass in einigen Bereichen wie zum Beispiel in der Definition von Zielen die beiden Kulturbegrifflichkeiten zusammenfinden – dort klare Führungsstruktur und auf der anderen Seite Mitbestimmung als Teil des Einbezugs aller Beteiligten. Daraus schlussfolgern wir, dass die Unternehmenskultur in vielen Unternehmen unterschiedlichen Ansätzen folgt“, so Nils Wagener, CEO der Königsteiner Gruppe zu den Studienergebnissen.

Dem Wunschbild, bei einem Arbeitgeber mit moderner Unternehmenskultur zu arbeiten, steht dann auch eine etwas diffuse Wirklichkeit gegenüber: Auf die Frage, ob sie denn in einem Unternehmen gelandet seien, dass ihren Vorstellungen entspricht, antworten immerhin 69 Prozent der Befragten mit „Ja“ und hinterlassen so den Eindruck diesbezüglich beim richtigen Arbeitgeber angekommen zu sein.

Ganz deutlich ist die Vorstellung der Belegschaft dagegen in den Umgangsformen untereinander: Duzen wird von 87 Prozent der Arbeitnehmer einer modernen Unternehmenskultur zugeordnet. In dieser Beziehung sind deutsche Arbeitgeber auch durchaus modern unterwegs. Denn in zwei Dritteln der Unternehmen wird geduzt. Das entspricht auch dem Wunsch von 76 Prozent der Mitarbeiter. RR

Autor:

Ratgeber-Redaktion aus Mitte

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