Ungeimpfte sollen zahlen
KV Berlin fordert Kostenbeteiligung bei Klinikaufenthalt

Die Fallzahlen steigen und nun verbreitet sich auch noch eine neue Variante des Coronavirus. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin fordert deshalb schärfere Maßnahmen wie einen bundesweiten Lockdown für Ungeimpfte und eine allgemeine Impfpflicht. Das sei notwendig, „um Kollateralschäden von der Gesellschaft abzuwenden“, heißt es.

Fest steht, dass eine Impfung schützt und bei Infektion zumeist schwere Verläufe verhindert. Die Impfung ist kostenlos, unabhängig vom Versicherungsstatus. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen gemeinsam mit den Krankenversicherungen die Kosten für den Betrieb der Impfzentren. Auch die Vergütung für Impfungen in Arztpraxen trägt der Bund. Jeder hat es also selbst in der Hand, nicht auf der Intensivstation zu landen. Die Behandlungskosten sind enorm, vor allem wenn man an die Lungenmaschine muss. Die KV fordert deshalb eine Kostenbeteiligung Ungeimpfter. Wer mit Corona ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation kommt, soll über eine Eigenbeteiligung oder über einen Aufschlag auf den Kassenbeitrag mit zahlen.

Ja, warum denn nicht? Wer keine Spritze will, geht das Risiko zu erkranken bewusst ein und soll es auch mittragen. Auch wenn sicher viele Detailfragen noch zu klären sind, finde ich das prinzipiell richtig. Raucher müssen bei der Lebensversicherung auch höhere Beiträge zahlen, weil sie ein erhöhtes Todesrisiko haben. Extremsportler zahlen ebenfalls Aufschläge bei Versicherungen. 13 Millionen Menschen sind noch ungeimpft. Weil der Druck durch 3G, 2G und 2G+ weiter wächst, bilden sich vor den Impfzentren seit Wochen wieder Schlangen. Vielleicht würde eine angedrohte Kostenbeteiligung den Andrang noch einmal erhöhen.

Sollen Ungeimpfte, die mit Corona in die Klinik kommen, an den Kosten beteiligt werden?
Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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