Sterndolde und Wiesen-Primel
Auf dem Monbijouplatz wachsen jetzt heimische Wildpflanzen

Stadträtin Almut Neumann (Zweite von links) mit Gartengestalterin Luise Blank, Sebastian Bader und den Azubis Melissa Beukert und Paul Gierth.
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  • Stadträtin Almut Neumann (Zweite von links) mit Gartengestalterin Luise Blank, Sebastian Bader und den Azubis Melissa Beukert und Paul Gierth.
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Chamisso hätte es gefreut. Rund um sein Denkmal auf dem Monbijouplatz wachsen jetzt die Wiesen-Flockenblume, das Nickende Leinkraut und die Große Sterndolde. Mittes erstes Modellbeet für heimische Wildpflanzen soll aber nicht nur den Platz aufhübschen.

Sebastian Bader und sein Team vom Ingenieurbüro „Staude & Stein“ haben ganze Arbeit geleistet. Die Quecke, ein lästiges Wurzelunkraut, ist großflächig gerodet, der japanische Knöterich mit Stumpf und Stiel ausgerissen. Nährstoffreiche Muttererde ersetzt den von Hundeurin gestressten Boden, und die ersten sieben Beete sind auch schon fertig. 15 sollen es am Ende sein, mal größer, mal kleiner, mit Platz für 1072 Pflanzen. Es sind jedoch keine beliebigen, die dort wachsen werden, sondern echte heimische Wildpflanzen, die man in der Hauptstadt kaum findet. Die Wiesen-Flockenblume zum Beispiel, die Rote Lichtnelke, das Echte Labkraut und Nickende Leimkraut, die rundblättrige Glockenblume, die Wiesen-Primel und die Große Sterndolde.

Zu finden ist das Modellbeet auf dem Monbijouplatz, einem der belebtesten Plätze in Mitte, gleich neben der Büste von Adelbert von Chamisso. Der Naturforscher und Dichter hat nun ein wachsames Auge auf die grüne Oase, die im nächsten Frühjahr Bienen und andere Insekten anziehen soll. Bereits im Oktober hatten die Vorbereitungen mit dem Austausch der oberen Bodenschicht begonnen, nun kamen die ersten Pflanzenzwiebeln in die Erde. „Hier wuchs vorher so gut wie nichts“, sagte Henry Ollendorf vom Straßen- und Grünflächenamt. Prächtige Vegetation? Fehlanzeige. Der kleine Platz rund um das Chamisso-Denkmal drohte zur Hundewiese zu verkommen.

Da kam die Idee von der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG), dort ein Modellbeet für heimische Wildpflanzen anzulegen, gerade recht. Die Gartenbau-Gesellschaft koordiniert das bundesweite Projekt „Tausende Gärten – Tausende Arten“ für biologische Vielfalt. „Diese Aktion soll dazu beitragen, dass sich immer mehr Gärtnerinnen und Gärtner, Kommunen, Firmen und städtische Akteure dazu entschließen, gezielt heimische Wildpflanzen zu verwenden und so tausende naturnahe Gärten entstehen“, sagte DGG-Geschäftsführerin Bettina de la Chevallerie. In Mitte macht das Modellbeet den Anfang in Berlin. Das soll den Monbijouplatz nicht nur aufwerten, sondern „Bürgern Lust machen, ihre Balkone und Gärten naturnah zu gestalten“, betonte Mittes neue Umweltstadträtin Almut Neumann (Grüne). „Hier finden sie Pflanzen zum Anfassen und Anschauen und können sich Tipps holen.“

Weitere Projektpartner sind der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und die gemeinnützige Bildungsstiftung Gala-Bau. Mit dem Beet schafft das Straßen- und Grünflächenamt mit Hilfe der Gala-Bau zugleich einen Lernort für Auszubildende. So werden Azubis die fachgerechte und naturnahe Pflege der Wildpflanzen übernehmen. Rund um die 15 Beete werden im Frühjahr noch weitere 1914 Wildstauden und rund 5000 einheimische Blumenzwiebeln gepflanzt. Unter den Augen Chamissos.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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