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Autonome Kleinbusse fahren auf dem Charité-Klinikgelände in Mitte und Wedding

Die ersten Fahrgäste auf dem Campus Mitte waren Charité-Chef Karl Max Einhäupl, Umweltministerin Svenja Schulze, der Regierende Bürgermeister Michael Müller und BVG-Chefin Sigrid Nikutta.
Die ersten Fahrgäste auf dem Campus Mitte waren Charité-Chef Karl Max Einhäupl, Umweltministerin Svenja Schulze, der Regierende Bürgermeister Michael Müller und BVG-Chefin Sigrid Nikutta. (Foto: Charité/Gudath)

Das vergangenen Sommer erstmals vorgestellte Projekt „Stimulate“ mit selbstfahrenden Elektrobussen hat seinen Linienbetrieb aufgenommen. Seit dem 26. März können Patienten, Ärzte, Studenten und Besucher auf dem Campus Charité Mitte mit den fast geräuschlosen Minibussen über das Klinikgelände rollen.

Sie sind leise und zuckeln gemütlich in Schrittgeschwindigkeit über einen programmierten Ringkurs. Nach mehrmonatigen Tests der schlauen Minis dürfen jetzt auch Fahrgäste an Bord. Mit dem Pilotprojekt erforschen die BVG, die Charité und das Land Berlin die Zukunft autonomer Fahrsysteme. Selbstfahrende Busse, gesteuert von Computern, Sensoren und Kameras, werden in einigen Jahren Normalität sein im städtischen Nahverkehr. Die BVG will zukünftig autonome Elektrobusse als Ergänzung zum ÖPNV einsetzen. Fahrgäste können das Shuttle per Handyapp anfordern und zusteigen, so die Zukunftsvision.

Das Projekt „Stimulate“ läuft bis zum Frühjahr 2020 und kostet rund 4,1 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert „Stimulate“ mit rund 3,2 Millionen Euro. Das Charité-Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften wird in den nächsten Monaten zum Beispiel durch Befragungen die Akzeptanz und weitere praktische Aspekte des fahrerlosen Betriebs untersuchen.

Erst in einem Jahr sollen die Geisterbusse tatsächlich ohne Bordpersonal fahren. Für die jetzige Testphase ist in den Bussen ein Ingenieur mit an Bord, der den Bus mittels Joystick wie bei einer Spielekonsole notfalls steuern kann, wenn er sich festfährt.

Insgesamt vier Hightech-Busse der Hersteller Navya und EasyMile sind auf festgelegten Routen unterwegs. Auf dem Charité Campus Virchow-Klinikum und auf dem Campus Charité Mitte sind jeweils zwei Fahrzeuge stationiert. Sie bieten Sitzplätze für elf beziehungsweise sechs Fahrgäste und sind maximal zwölf Stundenkilometer schnell. Mitte April soll der Betrieb auf dem Campus Virchow-Klinikum starten.

Auf dem Campus Mitte gibt es einen rund 1,2 Kilometer langen Rundkurs mit neun Haltestellen. Auf dem Campus Virchow-Klinikum gibt es zwei Routen – eine mit 800 Metern Länge und acht Haltestellen und eine mit rund 1,5 Kilometern und neun Haltestellen. Alle Routen sind Ringlinien. Unterwegs sind die intelligenten Minis montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.

Die Charité-Gelände eignen sich bestens für den Test der selbstfahrenden Busse, weil sie mit ihren 270 000 beziehungsweise 138 000 Quadratmetern über eine ausreichend große Testfläche verfügen und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind. Auf den Campus gibt es wie im richtigen Verkehr Gehwege, Kreuzungen und Fußgänger, Radfahrer, Autos und Liefer-LKW. Auch können die Hightechbusse dort lernen, wie sie richtig reagieren, wenn ein Blaulichtfahrzeug die Routine unterbricht. „Sowohl unser Campus Charité Mitte als auch unser Campus Virchow-Klinikum verhalten sich wie kleine Mikrokosmen, in denen sich Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Studierende bewegen“, sagte Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl.

Die ersten Fahrgäste auf dem Campus Mitte waren Charité-Chef Karl Max Einhäupl, Umweltministerin Svenja Schulze, der Regierende Bürgermeister Michael Müller und BVG-Chefin Sigrid Nikutta.
Einer der selbstfahrenden Minibusse auf dem Charité-Gelände.
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