Arbeit, aber kein Zuhause
40 Jahre Zentrale Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot

Die Zentrale Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot mit Sitz in der Levetzowstraße 12a feiert ihr 40-jähriges Bestehen.

Angefangen hat alles mit einem „Obdachlosenplan“, den das Westberliner Abgeordnetenhaus 1974 vorlegte. Damals sollen nach Erkenntnissen des Senats 3800 Obdachlose im Westteil der Stadt gelebt haben. Brennpunkt war der Bahnhof Zoo. Gegen die Obdachlosigkeit sollten „Maßnahmen zur Vermeidung und Reduzierung der Obdachlosigkeit“ ergriffen werden.

Heute gibt es nur „wildeste Schätzungen“ (Sozialsenatorin Elke Breitenbach, Die Linke) zu Obdachlosen. Vielleicht sind es 6000, vielleicht 10 000 Menschen. Der Senat will sie zählen lassen. Damals, in den Siebzigern, wie heute waren zu wenige Wohnungen vorhanden.

Der Westberliner Senat brauchte gemeinsam mit Diakonie und Caritas noch weitere fünf Jahre für die Umsetzung des Konzepts zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. 1979 stellten die beiden kirchlichen Organisationen dann vier Sozialarbeiterinnen ein. Sie waren als Streetworkerinnen rund um den Bahnhof Zoo unterwegs; zunächst ohne Arbeitsräume, dann in einem Bauwagen, schließlich, als „Beratungsstelle Bahnhof Zoo“ in einem Container ohne Wasser- und Stromanschluss. Aus ihr ging die Zentrale Beratungssstelle für Menschen in Wohnungsnot hervor. 1980 erfolgte der Umzug an die Levetzowstraße.

Rund 33000 Klienten pro Jahr

Seither beraten und helfen Mitarbeiter wohnungslosen Menschen in der ganzen Stadt. Seit 1997 ist die Berliner Stadtmission neben dem Caritasverband für das Erzbistum Berlin Träger der Beratungsstelle. Heute suchen jährlich rund 3300 Klienten die Beratungsstelle auf. Es finden jedes Jahr zwischen 5000 und 5500 persönliche Beratungsgespräche in elf Sprachen statt. „Es kommen zunehmend Familien, die keine Wohnung finden, und viele Leute, die in Berlin zwar eine Arbeit gefunden haben, aber eben kein Zuhause“, erklärt Elfriede Brüning, Leiterin der Beratungsstelle. Ein wichtiger Service ist, den Betroffenen eine Postadresse zu geben. In der Levetzowstraß werden 2200 solcher Adressen verwaltet.

Für die offenen Sprechstunden an fünf Wochentagen, die aufsuchende Arbeit und die Hilfe in Krisensituationen arbeitet die Zentrale Beratungsstelle mit der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer, mit der mobilen Beratung für Zuwandernde aus Südosteuropa und dem Caritas-Arztmobil zur medizinischen Versorgung von Wohnungslosen eng zusammen. Auch diese sind inzwischen in der Levetzowstraße 12a angesiedelt.

Offene Sprechstunden: montags, dienstags, donnerstags und freitags, 9 bis 12 Uhr, für Berufstätige: mittwochs, 15 bis 18 Uhr; Telefon: 39 047 40, info@wohnungslos-berlin.de; www.wohnungslos-berlin.de.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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