Ein Knöllchen von der Bürgermeisterin: Franziska Giffey auf Streife

Illegale Mülldeponien in den Neuköllner Straßen sind immer wieder ein großes Ärgernis. Auch für Bürgermeisterin Franziska Giffey.
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Neukölln. Einen Tag lang war Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) auf Streife mit den Kollegen vom Ordnungsamt im Bezirk unterwegs.

Sie wollte die Arbeit der Mitarbeiter direkt vor Ort miterleben. Dabei verteilte sie selbst Knöllchen und erfasste Verstöße gegen die Stadtordnung – beispielsweise illegale Mülldeponien auf den Neuköllner Straßen. Den Einsatz vor Ort fasste die Bürgermeisterin so zusammen: „für mehr Sicherheit und Ordnung müssen wir die Ordnungsämter stärken.“

An diesem Donnerstag, dem 28. September, bekam sie hautnah mit, wie sich die Mitarbeiter um mehr Sicherheit für Schulkinder kümmern, wie sie mit Falschparkern umgehen oder welche Ausreden Hundebesitzer erfinden, weil sie ihre Lieblinge nicht an der Leine haben. Auch illegales Campieren in Grünanlagen und das Dauerthema mit den Radfahrern auf Gehwegen konnte sie miterleben.

Neuköllns Bürgermeisterin war vor Ort, als 25 Ordnungswidrigkeiten aufgeschrieben wurden. Darunter war ein falsch abgestelltes Auto, das auf einen anderen Platz umgesetzt werden musste. Franziska Giffey nahm an mehreren hitzigen Debatten auf der Straße teil oder an Gesprächen mit Bewohnern, damit es erst gar nicht zu einer Anzeige kommt.

Erste Station nach der Dienstbesprechung am frühen Morgen war die Schulwegesicherung. Vor der Katholischen Schule St. Marien im Süden des Bezirks stehen die Autos wieder Schlange. Ein Fahrer kann gerade noch bremsen, als ein Schulkind winkend die Straße überquert. Eine typische Gefahrensituation, die diesmal glimpflich ausgeht. „Deshalb klären wir aktiv über sichere Schulwege auf“, erklärt eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes.

„Mir war es wichtig, den Arbeitstag authentisch zu erleben. Ich wollte in denselben Schuhen stecken wie meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so die Bürgermeisterin. In ihrer Ordnungsamts-Uniform ist sie auf Streife durch die Hasenheide und über die Sonnenallee. Immer wieder gibt es Diskussionen mit Bürgern.

Gegen Mittag kommt ein Auftrag von der Leitstelle: Die Zufahrt zu einem Bestattungsunternehmen ist zugeparkt. Das Ordnungsamt sorgt für den Abtransport des Autos – 180 Euro kostet das. Bezahlen muss der Halter, der Unternehmer ist dankbar.

Nach ihrer Schicht auf der Straße zog Franziska Giffey Bilanz: „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Kolleginnen und Kollegen.“

Und sie betonte erneut, dass bestimmte Regeln eingehalten werden müssen, damit so ein großer Bezirk wie Neukölln auch funktioniert. Giffey verwies auf viele Briefe von Bürgern, die immer wieder stärkere Kontrollen und mehr Präsenz der Mitarbeiter in Uniform auf der Straße fordern. „Wir brauchen eine gute Personalausstattung und flexible Einsatzzeiten, die einer Großstadt wie Berlin auch gerecht werden“, erklärte die Rathauschefin.

Pro Schicht sind maximal zehn bis zwölf Mitarbeiter im Einsatz. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-System zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends. Die Neuköllner können sich unter 902 39 66 99 direkt an das Ordnungsamt Neukölln wenden. Es ist Montag, Dienstag, Donnerstag sowie Freitag von 6 bis 22 Uhr besetzt, am Mittwoch nur von 6 bis 19 Uhr. KT

Über das Internetportal Ordnungsamt-Online können Beschwerden rund um die Uhr gemeldet werden auf http://asurl.de/12tj

Illegale Mülldeponien in den Neuköllner Straßen sind immer wieder ein großes Ärgernis. Auch für Bürgermeisterin Franziska Giffey.
Über dieses Autogramm der Bürgermeisterin auf dem Knöllchen wird sich der Besitzer des Autos sicherlich nicht freuen. Foto: BA-Presse
Autor:

Klaus Teßmann aus Prenzlauer Berg

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