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"Es gibt viele Neuköllns": Franziska Giffey geht in die Bundespolitik

Gerüchte kursierten schon eine ganze Weile, am 9. März war es dann offiziell: Franziska Giffey (SPD) wechselt in die Bundespolitik. Sie wird Familienministerin und gibt ihr Bürgermeisteramt auf. Ihre Nachfolge will Martin Hikel, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirks-verordnetenversammlung, antreten.

Sechzehn Jahre lang war Franziska Giffey in Neukölln tätig – als Europabeauftragte, Bildungsstadträtin und in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeisterin. „Die Themen, die mir aus lokaler Sicht immer wichtig waren, will ich jetzt auf nationaler Ebene voranbringen. Denn es gibt viele Neuköllns“, sagt sie. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit bleibe Bildung. „Alle Kinder sollen, unabhängig von ihrer Herkunft, die gleichen Zukunftschancen haben.“

Leicht sei ihr die Entscheidung für den Wechsel nicht gefallen, so die 39-Jährige, übrigens die einzige in der Ministerriege, die aus der DDR stammt. Sie bleibe Neukölln mit dem Herzen verbunden, dem „vielleicht nicht schönsten, aber spannendsten Bezirk“.

Gratulationen gab es nicht nur aus der eigenen Partei, sondern auch vom Zählgemeinschaftspartner in Neukölln, den Grünen. Man habe in den vergangenen Jahren konstruktiv zusammengearbeitet und gemeinsam viel für den Bezirk erreicht.

Wie geht es weiter? Um die fachlichen Angelegenheiten wird sich in der Übergangszeit Bildungsstadträtin Karin Korte (SPD) kümmern, die erst vor zwei Wochen ins Amt gewählt wurde. Die repräsentativen Aufgaben übernimmt der stellvertretende Bürgermeister Falko Liecke (CDU). Er sagt: „Als Nachfolge brauchen wir jemanden, der für unser Neukölln brennt und keine Kuschelpolitik macht. Klare Kante und anpacken - und zwar dauerhaft."

Einen Anwärter gibt es bereits. Martin Hikel hat am 9. März bei der SPD-Kreisvorstandssitzung seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt erklärt. Der 31-jährige Lehrer für Mathematik, Politikwissenschaften und Geschichte engagiert sich seit 2005 in der SPD Rudow. 2001 wurde er in die Bezirksverordnetenversammlung gewählt, seit eineinhalb Jahren ist er Vorsitzender seiner Fraktion.

Schon am 21. März könnte Martin Hikel von den Bezirksverordneten zum neuen Bürgermeister gewählt werden.

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