„Der Bezirk wird lahmgelegt"
CDU drängt auf U7-Verlängerung / Bürgermeister erwartet 2020 Entscheidung

Falko Liecke, Vorsitzender der Neuköllner CDU und stellvertretender Vorsitzender der Berliner CDU, fordert den Senat auf, unverzüglich mit der Verlängerung der U7 von Rudow zum neuen Hauptstadtflughafen zu beginnen. Anderenfalls drohe ein Verkehrschaos.

Laut einer neuen Studie, die das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg in Auftrag gegeben hat, werden im BER bis 2030 rund 46 Millionen Fluggäste jährlich erwartet. Das sind viermal so viele wie zurzeit. Außerdem soll die Zahl der Beschäftigen in der Region um 85 000 Personen steigen.

„So geht es nicht weiter. Wenn tausende zusätzliche Menschen in Rudow von der U-Bahn in Busse und umgekehrt umsteigen, ist die ganze Kreuzung über der Belastungsgrenze“, so Liecke.

Auch mehr Shuttle-Busse oder PKW auf der Autobahn 113 könnten keine Abhilfe schaffen. „Schon jetzt ist der Britzer Tunnel zu Spitzenzeiten ausgelastet und zeitweise sogar gesperrt. Der gesamte Verkehr ergießt sich dann in die Hauptverkehrsstraßen Neuköllns und legt den ganzen Bezirk lahm.“ Eine Verlängerung der U7 könnte viele Autofahrten vermeiden, das Frauenviertel und die boomende Gemeinde Schönefeld anbinden.

Die Voraussetzungen sind da

Auch Bürgermeister Martin Hikel (SPD) ist klarer Befürworter eines U-Bahn-Ausbaus. „Das gebietet der gesunde Menschenverstand“, sagt er. Die Trasse sei freigehalten, selbst für einen Bahnhof im Frauenviertel gebe es Platz. Deshalb würden sich auch die Kosten im Vergleich zu anderen Strecken sehr überschaubar gestalten.

Das ist relativ: Bei einem Besuch in Neukölln Ende 2018 hatte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) erklärt, dass drei Trassen im Gespräch seien – bis zum Liselotte-Berger-Platz, zum S-Bahnhof Schönefeld und zum BER. Die Maximalvariante bis zum neuen Flughafen sei gut sechs Kilometer lang und koste etwa eine Milliarde Euro; falls ein Teil der Strecke oberirdisch verlaufe, auch weniger. Planung und Bau würden rund 15 Jahre dauern.

Immerhin habe die Senatsverwaltung nach dem Besuch ein Gutachten beauftragt, um die U7-Verlängerung zum ersten Mal ernsthaft zu prüfen, sagt Hikel. „Ich werde noch in diesem Monat mit der Senatorin darüber sprechen. Ich erwarte, dass nächstes Jahr eine Entscheidung fällt."

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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