Logo-Papa hofft auf den Aufstieg
Peter Gribat schuf 1966 das Emblem für den 1. FC Union

Peter Gribats Logo schmückt auch das Eingangstor zur Geschäftsstelle. 2011 war er hier zu Gast.
  • Peter Gribats Logo schmückt auch das Eingangstor zur Geschäftsstelle. 2011 war er hier zu Gast.
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Das Vereinsemblem des 1. FC Union wird tausendfach getragen und abgebildet. Aber nur wenige wissen, wer es entworfen hat. 

Peter Gribat spielte nie für den 1. FC Union. Der gelernte Buchdrucker, Maler, Grafiker und Typograph hat in seinem ganzen Leben nicht eine einzige Partie im Stadion An der Alten Försterei gesehen. Und doch ist der 83-jährige Rentner aus Neu-Hohenschönhausen für alle Zeiten eng mit den Kickern aus Oberschöneweide verbunden.

Anfang 1966 schuf er im Rahmen eines Wettbewerbs der Berliner Zeitung das bis heute fast unveränderte Vereinslogo des am 20. Januar 1966 gegründeten 1. FC Union. „Ich habe insgesamt sechs Vorschläge eingeschickt. Gemäß der Honorarordnung der DDR habe ich für das ausgewählte Emblem 800 Ostmark erhalten und dafür sämtliche Rechte abgetreten”, erinnert sich der Logo-Papa. Die Beilage zum Berliner Fußball der „Neuen Fußballwoche“ stellte das neue Emblem am 14. Februar 1966 vor.

Ob die schwarz-rot-goldenen Nationalfarben der DDR bewusst verwendet wurden, kann Peter Gribat nicht mehr genau sagen. Auf jeden Fall hat er ein kultiges Logo geschaffen, das nicht nur im deutschen Fußball zu den ausgefallensten gehört. Fast täglich wird Gribat an seine Arbeit vor über 53 Jahren erinnert. „In der Zeitung oder im Fernsehen ist das Logo häufig zu sehen. Ich freue mich, dass es noch existiert“, sagt er.

Obwohl er sonst nichts mit Fußball am Hut hat und deshalb noch nie bei einem Union-Spiel vor Ort war, schaut er regelmäßig auf die Tabelle. Er hofft auf den Aufstieg. „Wenn ich ein Union-Spiel in der Bundesliga sehen könnte, wäre das ein Erlebnis. Der Gegner wäre mir egal. Es müssen nicht die Bayern sein, Hauptsache Union spielt überhaupt in der 1. Bundesliga“, meint Gribat.

2011 hat er immerhin mal das leere Stadion und die Geschäftsstelle im ehemaligen Forsthaus besucht, das dem Stadion den Namen gab. 2013 waren Gribat und seine Frau auf Einladung des Vereins zum Weihnachtssingen in der Alten Försterei. Ansonsten können beide den Ruhestand auch ohne die schönste Nebensache der Welt genießen. „Wir haben eine schöne Wohnung und einen Garten. Wir verreisen noch viel. Das ist praktisch unser Leben“, sagt Gribat. Bei ihm im Haus wissen die Leute nur deshalb von seiner Verbindung zu Union, weil der Hausmeister großer Fan des Vereins ist. Gribat: „Als er erfahren hat, dass ich das Emblem gezeichnet habe, war er überrascht. Er hat es allen erzählt.“

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