Eltern packen mit an
Bezirksamt und Verein Kiezinseln wollen Spielplatz an der Dusekestraße auf Vordermann bringen

Christoph Weyl (mit Tochter Carla) unterschreibt im Beisein von Anke Tiedt vom Verein Kiezinseln Vollrad Kuhn (rechts) auf einer Tischtennisplatte die Kooperationsvereinbarung.
  • Christoph Weyl (mit Tochter Carla) unterschreibt im Beisein von Anke Tiedt vom Verein Kiezinseln Vollrad Kuhn (rechts) auf einer Tischtennisplatte die Kooperationsvereinbarung.
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Der seit zwei Jahren geschlossene Spielplatz Dusekestraße 8 soll in den nächsten Monaten so auf Vordermann gebracht werden, dass auf ihm wieder gespielt werden kann. Damit dieses Vorhaben gelingt, schlossen das Bezirksamt und der Verein Kiezinseln einen Kooperationsvertrag ab. Es ist die erste Kooperation dieser Art in Berlin.

Die Eingänge zum Spielplatz sind seit 2016 verschlossen. „Unfallgefahr“ steht auf einem Schild mit. Der Spielplatz verwahrloste seitdem immer mehr. Bereits kurz nach der Schließung wurde auch noch an der großen Rutsche Feuer gelegt. Dem Bezirksamt hätten für die notwendige Instandsetzung bislang weder die personellen noch finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestanden, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen). An eine Wiedereröffnung war also nicht zu denken.

Mit dieser Situation wollten sich Eltern aus dem Kiez aber nicht abfinden. Sie gründeten sie im Frühjahr den Verein Kiezinseln. Dieser möchte im Dialog mit Behörden und Sponsoren „pragmatische und nachhaltige Lösungen zur Öffnung gesperrter Spielplätze in Pankow finden“, sagt der Vereinsvorsitzende Christoph Weyl. Die Eltern sind natürlich auch bereit, bei der Sanierung von Spielplätzen, so weit es möglich ist, mit anzupacken.

Von diesem Engagement lässt sich nun auch das Bezirksamt mitreißen. Als der Senat die Bezirke aufforderte, Projektvorschläge für die Verwendung sogenannter PMO-Mittel – also von Geldern der früheren Parteien und Massenorganisationen der DDR – zu machen, beantragte das Bezirksamt auch Mittel für den Spielplatz an der Dusekestraße. Dem Antrag wurde stattgegeben. Damit es nun auf dem Spielplatz möglichst rasch vorangehen kann, entschloss sich das Bezirksamt, mit dem Verein Kiezinseln eine Kooperationsvereinbarung abzuschließen. Das Straßen- und Grünflächenamt verpflichtet sich, möglichst rasch die maroden Spielgeräte von der Fläche zu entfernen. Das soll noch möglichst in diesem Jahr passieren. Wenn die Fläche sicher ist, wird der Spielplatz wieder geöffnet. Außerdem wird das Bezirksamt ein Spendenkonto einrichten. Auf dieses können Förderer ihre Spenden für neue Spielgeräte überweisen, und ihnen wird vom Bezirksamt auch eine Spendenbescheinigung ausgestellt.

Der Verein Kiezinseln verpflichtet sich indes, die Beräumung des Spielplatzes zu unterstützen. Die Vereinsmitglieder werden mithelfen, den Spielplatz sauber zu halten und bei der Bepflanzung der Fläche mit anpacken. Allerdings dürfen sie keine Abrissarbeiten übernehmen. Das dürfen nur vom Bezirksamt beauftragte Firmen.

Weiterhin wird der Verein Spenden sammeln sowie Förderanträge zum Beispiel bei der Aktion Mensch stellen. Geplant sei nämlich, dass der neu zu gestaltende Spielplatz inklusiv wird, betont Christoph Weyl. Bezirksamt und Verein kamen außerdem überein, dass die Neuplanung des Spielplatzes in enger Zusammenarbeit und Abstimmung erfolgt.

Wenn alles nach Plan laufe, könne der Spielplatz bereits in einigen Wochen wieder übergangsweise zu nutzen sein, erklärt Vollrad Kuhn. Danach werde an diesem Vorhaben so weiter gearbeitet, dass der Spielplatz voraussichtlich im Frühjahr neu gestaltet den Kindern zur Verfügung gestellt werden kann. Etwa 274 000 Euro werden dann voraussichtlich verbaut worden sein. Christoph Weyl: „Mit dem Kooperationsvertrag ist ein Meilenstein erreicht. Der Kinderspielplatz wird dringend benötigt. Wir haben noch einige Ideen, wie wir gemeinsam diesen Spielplatz schnell wieder öffnen können.“

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