„Reinickendorf-Ost ist nicht der Görlitzer Park"
Rundgang mit Burkard Dregger / Polizei bestätigt: Kriminalität geht zurück

Burkard Dregger (l.) ist unterwegs mit Bürgern.
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Die Sicherheit in Reinickendorf-Ost war Thema eines Kiezrundganges des CDU-Abgeordneten Burkard Dregger am 31. Mai.

Der Rundgang führt von Dreggers Bürgerbüro an der Emmentaler Straße über die Residenzstraße nach Norden Richtung Lindauer Allee, doch die erste gute Nachricht kommt aus dem südlichen Bereich der „Resi“: In der angrenzenden Markstraße wird es im kommenden Jahr definitiv einen Trödelmarkt weniger geben, zur Beendigung eines weiteren Marktes führt Dregger noch Gespräche. Der Politiker ist sich sicher: Wenn auch der zweite Markt aufhört, wird sich der dritte, der schon auf Weddinger Gebiet liegt, nicht mehr halten können.

Die Trödelmärkte sind ständiger Grund für Ärger. Anwohner klagen über Lärm, rücksichtslose Parker und Unrat in Hauseingängen. Ist die Polizei mal vor Ort, stellt sie manches Mal kriminelle Hintergründe des Handels fest.

Und noch eine weitere gute Nachricht hat Dregger. Die Kriminalität rund um die Residenzstraße ist insgesamt zurückgegangen. Dregger zitiert aus Unterlagen der Polizei: „Im Februar 2016 gab es mehr als 30 Einbrüche, 2019 waren es fünf. In den ersten fünf Monaten 2016 gab es 90 Raubtaten, in diesem Jahr lag die Zahl unter zehn.“

Bürger fühlen sich nicht sicher

Gleichwohl fühlen sich einige Teilnehmer der Tour nicht besonders sicher. Da wird von einem traumatisierten älteren Ehepaar berichtet, das in seiner Wohnung überfallen wurde. Es wird auch von kleinen Wohnungen berichtet, in denen eine Vielzahl von Menschen lebt, für deren Unterhalt das Jobcenter sorgt. Dregger bedauert, dass es dort offenbar keine Kapazitäten gibt, solche Missstände aufzudecken.

Ein anderes Problem ist der Drogenhandel, der immer wieder am Franz-Neumann-Platz und auch entlang der U-Bahnlinie 8 zu sehen ist. Ein Polizist, der die Tour begleitet, weist darauf hin, dass es in solchen Fällen wenig Sinn macht, einen Tag später zur Polizei zu gehen und von dem beobachteten möglichen Drogengeschäft zu berichten. Dieser Handel wechselt zudem immer wieder: Wird irgendwo der Kontrolldruck erhöht, weichen die Händler in andere Gebiete aus.

Dealer vergraben Drogen im Beet

Der Beamte hat noch einen sehr konkreten Hinweis: „Wenn Sie junge Gärtner sehen, sollten Sie besonders genau hinschauen.“ So würden im Straßenhandel Drogen zunehmend in kleinen Kügelchen im Mund transportiert, die in größeren Mengen in Blumenbeeten als Depot vergraben sind. Gibt es Interesse von Konsumenten, werden die Kügelchen dann ausgegraben. Übrigens werde, so der Beamte weiter, auch das Astwerk von Bäumen gerne als Depot genutzt. Wird so etwas beobachtet, sollte umgehend die 110 gewählt werden.

Dregger wird sich passend zu diesem Thema um eine spezielle Problematik des Personalengpasses bei der Polizei kümmern. So gibt es im Landeskriminalamt eine Drogentoilette., die diese Substanzen aus Ausscheidungen filtert. Bisher kommen Kleindealer oft glimpflich davon, weil sie bei Kontrollen die im Mund versteckten Kügelchen einfach verschlucken. Die teure Drogentoilette kommt laut Dregger jedoch nur selten zur Anwendung, weil dafür einfach das Personal fehle.

Schändung der Gräberstätte?

Fast zu Ende ist der Spaziergang auf der Kriegsgräberstätte Reinickendorf, unweit des S-Bahnhofs Alt-Reinickendorf. Anwohner hatten Dregger davon berichtet, dass es auch auf dem idyllischen, von außen kaum einsehbaren Gelände Drogenhandel gebe. Das kann die Polizei nicht bestätigen. Auch die Schändung der Gräberstätte, von der ein Bürger berichtet hatte, habe es nicht gegeben. Der Grabstein, der in einer Reihe fehlt, sei schon vor langer Zeit abhanden gekommen.

Dreggers Fazit des Rundgangs: „Reinickendorf-Ost ist nicht der Görlitzer Park, und der Kiez ist auch nicht auf dem Weg dorthin. Trotzdem sollten wir wachsam sein.“

Burkard Dregger (l.) ist unterwegs mit Bürgern.
Der Grabstein auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte Reinickendorf fehlt schon lange.

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