Integrationszentrum von "Harmonie" wirbt für seinen Verbleib im Kiez

Viele Hände halfen mit beim Verschönern der Baumscheibe.
5Bilder
  • Viele Hände halfen mit beim Verschönern der Baumscheibe.
  • Foto: KEN
  • hochgeladen von Karen Noetzel

Schöneberg. Der Verein „Harmonie“ in der Katzlerstraße nutzte den stadtweiten Tag „Für ein schönes Berlin“ für eine eigene Aktion.

Viele Hände halfen tatkräftig mit, eine Baumscheibe vor dem Integrationszentrum von Unkraut zu befreien, frische Muttererde zu verteilen, Blumen zu pflanzen und zum Schutz des frischen Grüns einen kleinen Zaun zu bauen.

Harmonie-Geschäftsführerin Larissa Neu sprach von einer „tollen Aktion“. Gemeinsam mit dem Quartiersmanagement für den Schöneberger Norden und dem Projekt „Mieten und Wohnen“ hatte der Verein überlegt, wie die Baumscheibe neu gestaltet und bepflanzt werden könne. Fachmännischen Rat steuerte Landschaftsarchitektin Sylvia Martin bei.

Bei der Pflanzaktion ging es aber nicht allein um das gemeinschaftliche Gärtnern. „Harmonie“ nutzt jede Gelegenheit, um auf die schwierige Situation des Vereins aufmerksam zu machen. Dem Integrationszentrum, einer wichtigen Einrichtung in der von weiteren wichtigen Kiezeinrichtungen gesäumten Katzlerstraße, droht der Rausschmiss.

Nach der Kündigung zum 29. Februar und dem Widerspruch des Vereins „Harmonie“ hatte der neue Hauseigentümer, die Formica GbR, vertreten durch Anwalt Bernhard Grote, Räumungsklage beim Landgericht eingereicht. Das Gericht hatte verfügt, die Räumungsklage aufzuschieben, bis ein anderer Rechtsstreit, nämlich der zwischen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und Bezirksamt über dessen geltend gemachten Vorkaufsrechts, entschieden ist. Nach Informationen des Quartiersmanagements hat der Eigentümer gegen den Beschluss des Landgerichts Beschwerde beim Kammergericht eingereicht. „Der Streit vor Gericht geht also weiter“, so QM-Mitarbeiter Remzi Uyguner.

Zur Erinnerung: Formica hatte im Januar 2015 die drei Häuser Großgörschenstraße 25-27 und Katzlerstraße 10-11 von der BImA zum Höchstpreis von 7,8 Millionen Euro gekauft. Formica ist noch nicht als Eigentümer im Grundbuch eingetragen, hat aber dem Verein Harmonie über ihre beauftragte Hausverwaltung, die A-bis-Z Haus- und Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH aus Potsdam, die Kündigung ins Haus geschickt.

Ins Spiel gekommen war zeitweilig auch der überregional tätige Verein „Flüchtlingspaten Syrien“. Er hatte seinen Sitz in der Großgörschenstraße 25. Von Bernhard Grote bekam er die Harmonie-Räume angeboten. Nach den Protesten gegen die Kündigung von „Harmonie“ sind die Flüchtlingspaten nach Moabit umgezogen. Deren Gründer, der Jurist Ulrich Karpenstein, so hat de Zeitschrift „Mieter-Echo“ herausgefunden, vertritt in Gerichtsverfahren unter anderem die BImA.

Anlässlich der Bepflanzung der Baumscheibe sagte Remzi Uyguner, die Aktion sei eigentlich eine Botschaft an Formica und Grote, die Räumungsklage gegen den Verein zurückzuziehen. Der Verein „Harmonie“ sei ein wichtiger Teil der Aufgabe, im benachteiligten Kiez Nachbarschaften zu stärken, das heißt, Menschen, die im Kiez wohnen, miteinander bekannt zu machen, sodass der Zusammenhalt allmählich wächst. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

18 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
In einem Notfall muss alles ganz schnell gehen.

Caritas-Klinik Dominikus Berlin-Reinickendorf
Aus dem Alltag einer Notärztin

Bei einem Notfall sind die ersten Minuten entscheidend. In Sekundenschnelle muss der Notarzt Entscheidungen treffen und lebensrettende Maßnahmen einleiten. Oft kann er in letzter Minute helfen, doch manchmal gelingt es auch nicht. Nerven wie DrahtseileBei aller Hektik braucht es Nerven wie Drahtseile, um ruhig und konzentriert zu bleiben. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Notfallmedizin zu einer eigenen, hochspezialisierten Fachrichtung weiterentwickelt – immer mit dem Ziel zu helfen, weil jede...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 11.05.22
  • 90× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Dr. Michael Pieschka
3 Bilder

Caritas.EndoskopieZentrum.Berlin
Warum eine Darmspiegelung Leben retten kann

Die Experten des Caritas.EndoskopieZentrum.Berlin geben Antworten rund um das Thema Darmspiegelung und Darmkrebsvorsorge. Gemeinsam leiten Dr. Michael Pieschka und Dr. Christian Breitkreutz das Endoskopiezentrum der Caritas Gesundheit an den Standorten in Reinickendorf und Pankow. Warum ist Darmkrebsvorsorge sinnvoll? Dr. Pieschka: Darmkrebs ist ein „stiller“ Krebs – wenn man ihn bemerkt, ist es fast immer zu spät. Deshalb ist Vorsorge so wichtig. Über 90 Prozent der bösartigen...

  • Pankow
  • 09.05.22
  • 102× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Die fortschreitende Digitalisierung erleichtert unser Leben immer mehr. Kein Wunder also, dass auch die Telemedizin immer mehr Befürworter verzeichnet.

Für Ärzte und Patienten
10 Vorteile von Telemedizin

Die fortschreitende Digitalisierung erleichtert unser Leben immer mehr – egal ob es um Bankangelegenheiten, Behördengänge oder die Inanspruchnahme von Lieferdiensten geht. Kein Wunder also, dass auch die Telemedizin immer mehr Befürworter verzeichnet (Quelle: ntv.de). Gerade in Zeiten von Pandemien wird besonders deutlich, wie wichtig die Telemedizin ist – und was sie alles leisten kann. Doch wo genau liegen ihre Vorteile? In diesem Artikel werden wir die Vorzüge der Telemedizin genauer unter...

  • Bezirk Mitte
  • 07.04.22
  • 369× gelesen
WirtschaftAnzeige
Wir beraten Sie gern und heben uns daher ab, Ihre Individualität auch auf dem letzten Weg zu wahren.
3 Bilder

Wir sind für Sie da
Für einen Abschied nach Ihren Vorstellungen

„Die Beerdigung soll ganz einfach sein - auf der grüne Wiese, anonym. Keiner, soll sich um eine Grabpflege kümmern und es soll günstig sein.“ Diesen oder ähnliche Sätze hören wir öfter von unseren Kunden. Wir, Theodor Poeschke Bestattungen, führen nicht nur aus, sondern beraten Sie umfangreich über die neuen, pflegefreien und oft deutlich günstigeren alternativen Bestattungsmöglichkeiten. So sparen Sie leicht 500 bis 600 Euro. Wir sind für Sie da, damit Sie auf Ihre Art Abschied nehmen können....

  • Bezirk Spandau
  • 04.05.22
  • 152× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.