AfD-Demo vorm Rathaus floppt

Kundgebung für wen eigentlich? Zur AfD-Demonstration vor dem Rathaus Schöneberg kam nur eine Handvoll Leute.
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Schöneberg. Sie hätten locker in ein kleines Hinterzimmer einer Gaststätte gepasst, die Mitglieder und Sympathisanten der Alternative für Deutschland (AfD), die sich auf dem John-F.-Kennedy-Platz versammelten. Ihre Demonstration vor dem Rathaus Schöneberg geriet zum Flop.

Die rechtspopulistische Partei hatte für den Nachmittag des 2. März unter dem Motto „Schöneberg – ein rechtsfreier Raum“ zur Kundgebung aufgerufen. Nach Angaben der Polizei waren von der AfD rund 40 Personen angemeldet worden. Gekommen aber war nur eine gute Handvoll.

„Dafür haben wir den ganzen Parkplatz gesperrt“, mokierte sich Ordnungsstadtrat Oliver Schworck (SPD)in einer Pause auf den Stufen des historischen Schöneberger Rathauses. Von hier gab es einen guten Überblick auf das Geschehen im kalten Nieselregen.

Die Polizei, die mit etwa sieben Mannschaftswagen angerückt war, hatte den John-F.-Kennedy-Platz abgeriegelt und in drei Zonen aufgeteilt. Rechts das AfD-Häuflein, in der Mitte vor dem Rathaus-Portal Leere, links hinter einer weiteren Absperrung die Gegendemonstranten.

Kurzfristig hatten SPD, Linke, Gewerkschaften, Schwulenverband und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN) ihre Mitglieder und Unterstützer zur Gegendemo zusammengerufen. „Fahnen, Transparente, Plakate und Trillerpfeifen sind gern gesehen“, hatte Berlins Senatorin für Integration und Abgeordnete für Friedenau, Dilek Kolat (SPD), in ihrem Demonstrationsaufruf geschrieben. An der spontanen Demonstration „Tempelhof-Schöneberg gegen Rechts“ nahmen auch Antifa-Mitglieder teil. Begleitet von Pfeifengetriller skandierten sie ihre Parolen so laut, dass die Rede eines AfDlers am anderen Ende des Platzes vollständig unterging.

„Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist ein weltoffener Bezirk, und wir leben die Tradition von Toleranz und Vielfältigkeit“, sagte Angelika Schöttler (SPD). „Bei uns leben alle Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder sexueller Ausrichtung friedlich zusammen.“

„Die AfD ist eine rechtsextreme Partei, für die in Tempelhof-Schöneberg kein Platz ist“, sagte SPD-Fraktionschef Jan Rauchfuß. Der integrations- und fluchtpolitischer Sprecher der Fraktion, Orkan Özdemir, fügte hinzu: „Allein das Motto der AfD-Kundgebung ,Schöneberg – Ein rechtsfreier Raum' ist mehr als absurd. Wir haben in Tempelhof-Schöneberg eine Zivilgesellschaft, die geprägt ist von Empathie und Hilfsbereitschaft.“ Es gehe bei der Gegendemo darum, so Özdemir mit einem Wortspiel, Schöneberg weiterhin als „rechts-freien“ Raum zu bewahren und diesen Bezirk gegen Rechtspopulisten und menschenfeindliches Gedankengut zu vereidigen. KEN

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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