Bürgerämter rüsten auf: Passbilder gibt es dann direkt am Arbeitsplatz

Spandau. Den Fotoautomaten im Rathaus wird es nicht geben. Dafür wollen jetzt aber die Bürgerämter technisch aufrüsten - Passbild inklusive.

Im Bürgeramt des Rathauses sowie im Bürgerbüro in der Wasserstadt soll es künftig kombinierte Arbeitsplätze geben, mit denen vieles leichter wird. Extra-Geräte zum Scannen von digitalen Unterschriften oder Fingerabdrücken für den Pass werden damit überflüssig. Besser noch: Das biometrische Passbild gibt es dann direkt am Mitarbeitertisch. Was dem Kunden die Lauferei erspart.

Stephan Machulik (SPD), Stadtrat für Bürgerdienste, rechnet im Mai mit dem Start an 16 Arbeitsplätzen. Der entsprechende Vertrag mit der Bundesdruckerei, die diese neuen Kombi-Geräte zur Verfügung stellt, soll demnächst geschlossen werden. "Wenn alles klappt, wäre Spandau der erste Bezirk, der diesen Service anbietet", so der Stadtrat. Die Kosten für das Pilotprojekt würde die Senatsverwaltung übernehmen. Hintergrund für die neue Technologie ist, dass die Mitarbeiter in den Bürgerämtern wiederholt mit technischen Problemen zu kämpfen haben. "Wir arbeiten deshalb schon seit zwei Jahren an einer Lösung", erklärt Stephan Machulik.

In Spandau ist derweil seit Monaten ein Passbildautomat für das Rathaus im Gespräch. Vorgeschlagen hatte ihn die CDU-Fraktion, um den Service für die Bürger zu verbessern. "Wenn es jetzt diese neuen Arbeitsplätze inklusive Passbildservice geben soll, umso besser", kommentiert Vizefraktionschef Thorsten Schatz. Die SPD lehnt den Fotoautomaten im Rathaus dagegen strikt ab. "Ein Automat ist durch die knappe Raumkapazität im Rathaus nicht aufstellbar", so Fraktionschef Christian Haß. Laut einer aktuellen Mitteilung der Fraktion besteht auch gar kein Bedarf. Kunden im Bürgeramt hat sie dazu allerdings nicht befragt.

Die Fotogeschäfte in der Altstadt führt die SPD ebenfalls ins Feld. Die nämlich könnten durch das neue Serviceangebot im Rathaus wirtschaftlich geschädigt werden. Setzt Spandau nun tatsächlich die neue Technik ein, worüber der Stadtrat die Bezirksverordneten bereits im Ausschuss für Bürgerdienste informiert hatte, dürfte mindestens dieses Argument hinfällig sein.

Ulrike Kiefert / uk

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