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Neues Spielzeug für Kriminaltechnik: Das "UAS-Pol" soll Vermessungen von Tatorten vereinfachen

Wo: Polizeidirektion 2, Charlottenburger Chaussee 67, 13597 Berlin auf Karte anzeigen
Vor dem Start prüft ein Techniker die Gerätschaften des UAS-Pol.
Vor dem Start prüft ein Techniker die Gerätschaften des UAS-Pol. (Foto: Georg Wolf)

Spandau.

Das neue System heißt „UAS-Pol“ und kann Tatorte aus einer Maximalhöhe von 50 Metern vermessen.

Die Einsatzmöglichkeiten des "Unmanned Aircraft System-Police" kurz UAS-Pol, sind vielfältig: Polizeiliche Großereignisse, wie der Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz im Dezember 2016, Verkehrsunfälle und großflächige Tatorte. Hier überall soll das ferngesteuerte Luftfahrzeug zum Einsatz kommen. "Kernaufgabe ist die Vermessung und Dokumentation von Tatorten", erklärte Tatortfotograf und Kriminaltechniker Thomas Kuntzag bei der Präsentation am 14. September. "Wilde Verfolgungsjagden mit Verdächtigen, wie im Fernsehen häufiger gezeigt, wird es mit dem Gerät nicht geben", fügt Kuntzag hinzu.

Gestochen scharfe Bilder - auch aus 50 Metern Höhe

Herzstück ist die hochauflösende Kamera. Erst sie ermöglicht gestochen scharfe Aufnahmen auch aus bis zu 50 Metern Höhe. Während der Vorführung des "UAS-Pol" erklärt der Tatortfotograf die Arbeitsweise des Gerätes. "Bei Vermessungsflügen werden Fotos in bestimmten Abständen gemacht, die aber überlappen. Anhand dieser Fotos können dann 3-D-Modelle am Rechner erstellt werden." So biete das "UAS-Pol" mit der Kamera den Vorteil, dass große Flächen deutlich schneller erfasst werden können. Ein Luftfahrzeug-Fernführer des Kriminaltechnischen Institutes (KTI) des Landeskriminalamtes (LKA) steuert das Fluggerät aktiv über den Tatort oder es fliegt einen programmierten Pfad ab. Dabei werden die Luftaufnahmen auf einen am Boden stehenden Monitor und Rechner übertragen.

Zuletzt kam die 37.000 Euro teure Neuanschaffung über dem Tiergarten in Mitte zum Einsatz. Das KTI kann seit Anfang Juni auf zwei dieser Fluggeräte zurückgreifen. Im laufenden Jahr wurden sie bislang 74-mal eingesetzt. 2016 ging das eine Fluggerät 118-mal für die Polizei in die Luft. Eingesetzt werden kann es bei bis zu Windstärke vier. Bei Regen kann das UAS-Pol zwar fliegen, Tropfen auf dem Objektiv ließen dann aber keine verwertbaren Fotos zu.

Die Polizei verwendet den Begriff "Drohne" übrigens ganz bewusst nicht. Damit sei zu viel Negatives bei den Bürgern verbunden, heißt es.gw

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