Springbrunnenwand oder Hochhaus?
Runder Tisch sammelte Ideen für die Gestaltung des Hermann-Ehlers-Platzes

Die Anwohner wünschen sich mehr Licht, mehr Sauberkeit und Bänke auf dem Hermann-Ehlers-Platz.
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  • Die Anwohner wünschen sich mehr Licht, mehr Sauberkeit und Bänke auf dem Hermann-Ehlers-Platz.
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Am Runden Tisch Steglitz-Mitte trafen sich kürzlich Anwohner und Gewerbetreibende, um sich über die Gestaltung des Hermann-Ehlers-Platzes auszutauschen. Es gab viele Idee und Anregungen, wie der Platz zwischen Autobahntrasse und Schloßstraße einladender gestaltet werden könnte.

Der Runde Tisch Steglitz-Mitte hatte sich den Hermann-Ehlers-Platz zum wiederholten Mal auf die Tagesordnung geholt. Hintergrund war ein BVV-Beschluss, nach dem ein Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Hermann-Ehlers-Platzes initiiert werden soll.

„Der Platz ist ein Platz unter Bäumen mit Markt und einem Denkmal – Punkt“, so die knappe Einschätzung von Eberhard Brockmann. Mit seiner Stiftung „Kleine Plätze“ hat sich Brockmann im Bezirk schon mehrfach der Gestaltung und Begrünung von kleinen Plätzen gewidmet. Was den Ehlers-Platz betrifft, sieht er jedoch kaum Gestaltungsmöglichkeiten: „Das ist kein Platz zum Erholen. Dazu ist es hier zu unruhig. Es ist einfach ein Marktplatz.“ Seiner Meinung nach könnten auch Brunnen und die Hochbeete weg, weil sie keine Funktion haben. Sein Vorschlag: Den Platz neu pflastern – zweckmäßig und stabil.

Ein neues Pflaster wünschten sich viele der Anwesenden. Auch Manuela Myszka unterstützt die Idee. Die blinde Frau vertrat am Runden Tisch den Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin. Für sie sei der Platz so wie er ist eine „No-go-Area“. Jede Menge Stolperfallen erschweren den Blinden und Sehbehinderten das Überqueren. „Es fehlen Wegbeziehungen und die Spiegelwand ist nicht wahrnehmbar“, sagt sie. Eine neue Pflasterung, die auch für blinde Menschen mit dem Blindenstock zu ertasten ist, wäre eine große Hilfe.

Der Bereich um die Spiegelwand, die an die ermordeten Juden erinnert, sollte insgesamt anders gestaltet werden und vielleicht sogar einen eigenen Namen erhalten, schlug Ursula Schmelzer vom Kulturverein Kunst.Raum.Steglitz vor. „Das Mahnmal ist schön, aber es verschwindet optisch“, bemängelte sie. Ein anderes Pflaster würde die Spiegelwand besser hervorheben. Darüber hinaus könnte sie nachts beleuchtet werden.

Eine bessere Beleuchtung war ebenfalls ein Thema, über das sich alle einige waren. Je nach Uhrzeit ändere sich der Platz. Tagsüber sehr belebt sei er nachts zum Fürchten. „Es ist dunkel und Jugendliche oder Obdachlose bevölkern den Platz und trinken Alkohol. Man muss Angst haben, den Platz zu dieser Zeit zu überqueren“, sagt eine Anwohnerin.

Zu den Sitzgelegenheiten gab es keine einheitliche Meinung. Sollte es mehr geben oder gar keine? Einerseits würden neue Bänke nur wieder Jugendlichen oder Obdachlosen Platz bieten, andererseits wünschten sich auch ältere Leute mehr Sitzgelegenheiten auf dem Platz. Die Jugendlichen kämen sowieso. Der Ehlers-Platz ist ein beliebter Treffpunkt in Steglitz.

Übrigens hatten auch Jugendliche ihre Wünsche bei einer Umfrage geäußert. „Sie wünschen sich einen sauberen Brunnen, mehr Müllbehälter, ein freizugängliches W-Lan und mehr Sitzgelegenheiten“, zählte eine der Sozialarbeiterinnen auf, die im Vorfeld die jungen Leute befragten.

Unterm Strich wurde am Ende eingeschätzt, dass von den Anwohnern keine „Riesenaktionen“ gefordert wurden. In Sachen Sauberkeit, Beleuchtung, neue Pflasterung war man sich einig. Das sollte sich relativ schnell umsetzen lassen.

Aber es gab auch das: Ein Mann schlug vor, auf dem Platz ein weiteres Wohnhochhaus zu bauen – mit bezahlbaren Mieten. Einen anderer Vorschlag, wie der Verkehrslärm rund um den Platz gemindert werden kann, hatte eine Anwohnerin: An den Seiten zur Straße könnten Springbrunnenwände errichtet werden. „Das gibt ein positives Geräusch, mit dem der Verkehrslärm übertönt wird.“

Alle Ideen und Wünsche wurden von Corina Wagner vom Präventionsbeirat des Bezirkes notiert. Als Vertreterin des Bezirksamtes wird sie die Anregungen der Bürger an das Bezirksamt weitergeben.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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