Neu, Groß, Grün
Architekturausstellung beleuchtet Groß-Berlin und die Folgen für Steglitz und Zehlendorf

Das Stadion Lichterfelde entstand in den 1920er-Jahren.
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  • Das Stadion Lichterfelde entstand in den 1920er-Jahren.
  • Foto: Friedhelm Hoffmann
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Mit der Bildung der neuen Stadtgemeinde Groß-Berlin vor 100 Jahren wurde Berlin zur Weltstadt und damit auch zum Experimentierfeld der Moderne. Vor allem in den Bereichen Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Infrastruktur erlebte die neue Metropole ab 1920 einen Modernisierungsschub, der die Stadt und die neugebildeten 20 Bezirke nachhaltig prägte.

Bis heute ist vor allem die Architektur dieser Jahre sichtbar, die besonders in Steglitz und Zehlendorf ihre Spuren hinterlassen hat. In einer Ausstellung werden zwölf herausragende Beispiele des „Neuen Bauens“ in Steglitz-Zehlendorf unter architektur- und stadtgeschichtlichen Aspekten gezeigt. „Neu“ und „Groß“ zum Beispiel waren die Versuchs- und Großsiedlungen der 1920er-Jahre wie die Siedlung Schorlemmerallee in Dahlem, die weltberühmte Waldsiedlung Onkel-Toms-Hütte in Zehlendorf oder die Rauchlose Siedlung in Steglitz. Die Wohnsiedlungen wurden aufgrund der damaligen Wohnungsnot entworfen und gebaut. Sie boten dringend benötigten Wohnraum für die breite Bevölkerung.

Unter dem Begriff „Grün“ werden die Themen öffentliche Freiflächen und Sporteinrichtungen behandelt. In der Ausstellung werden hierzu der Fischtalpark und das Stadion Lichterfelde als Bau der Moderne ins Visier genommen. In den 1920er-Jahren und mit der Gründung von Groß-Berlin entstanden auch Bauten und Einrichtungen, die der Befriedigung von Freizeit- und Erholungsbedürfnissen der wachsenden Großstadtbevölkerung dienten und heute bauliche Wahrzeichen des Bezirks sind. Dazu gehören beispielsweise der Titania-Palast und das Strandbad Wannsee. Der U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte mit seiner Ladenstraße oder die Elektro-Mechanik-Fabrik Abrahamsohn in der Nicolaistraße in Lankwitz veranschaulichen die neuen Infrastrukturprojekte, die mit der Bildung Groß-Berlins erst möglich wurden. Die zwölf Beispielprojekte werden im Gutshaus Steglitz zu sehen sein. Gezeigt werden zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos und Architekurfotografien von Friedhelm Hoffmann. Ausgewählte Objekte wie originale Gästebücher aus dem Titania-Palast, Broschüren der Zeit oder Gegenstände, die zur originalen Ausstattung der Gebäude gehörten, illustrieren den Zeitgeist und die Modernität der neuen Bau- und Wohnkonzepte. Zudem stellt ein eigens für diese Ausstellung entwickeltes architektonisches Raummodell neuartige Bezüge zwischen den Gebäuden her.

In der Schwartzschen Villa stehen weitere Aspekte der zweigeteilten Ausstellung im Mittelpunkt. Hier geht es um Verbindungen zwischen Architektur und Menschen sowie ihren Lebenswelten. Filmsequenzen der 1920er- bis 1970er-Jahre, Interviews mit Wissenschaftlern, Architekten und Bewohnern runden den Blick auf die weitere Entwicklung von Groß-Berlin ab.

Die Ausstellung wurde vom team projekte für baukultur und stadt gestaltet. Sie wird am Sonntag, 26. Januar, 11 Uhr, eröffnet und ist dann bis 28. Juni, Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, im Gutshaus Steglitz, Schloßstraße 48 und in der Schwartzschen Villa, Grunewaldstraße 55, zu sehen. Der Eintritt ist frei. An jedem ersten Dienstag im Monat ist sie geschlossen.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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