Geisterhaus geht an Treuhänder
Bezirk will leerstehendes Wohnhaus auf Kosten des Eigentümers sanieren

Über die Höhe der Sanierungskosten der elf Wohnungen im Gardeschützenweg/Ecke Hindenburgdamm gibt es keine Angaben.
  • Über die Höhe der Sanierungskosten der elf Wohnungen im Gardeschützenweg/Ecke Hindenburgdamm gibt es keine Angaben.
  • Foto: K. Rabe
  • hochgeladen von Karla Rabe

In der Geschichte um das seit Jahren leerstehende Mehrfamilienhaus am Hindenburgdamm, Ecke Gardeschützenweg wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Bezirk will für die Immobilie einen Treuhänder einsetzen, der es sanieren lässt und die elf leerstehenden Wohnungen wieder vermietet.

„Bei dieser Maßnahme, die derzeit vom Bezirksamt geprüft wird, handelt es sich um ein neues Verfahren der Verwaltungsvollstreckung, das in Berlin im April vorigen Jahres innerhalb des Zweckentfremdungsverbots-Gesetzes eingeführt wurde“, erklärt Stadtrat Michael Karnetzki gegenüber der Berliner Woche. Voraussetzung ist, dass alle milderen Mittel nicht zum Erfolg geführt hatten. Mehrfach wurde der 71-jährige Besitzer des Eckhauses aufgefordert, in das Haus zu investieren und die Wohnungen herzurichten. „Die bisher verhängten Zwangsgelder in Höhe von 10 000 und 20 000 Euro haben den Vermieter nicht überzeugt, selbst zu handeln“, sagt Karnetzki. Stattdessen hätte er gegen das erste Zwangsgeld geklagt. Inzwischen ist die Forderung rechtskräftig und das Bezirksamt kann in Abstimmung mit dem Senat die nächsten Schritte gehen.

„Zunächst muss durch ein Gutachten der Aufwand und die Kosten für die Wiederherstellung des Hauses festgestellt werden. Das und auch die Einsetzung des Treuhänders muss dem Eigentümer angedroht und festgesetzt werden, denn letztlich muss er alle Kosten tragen“, erklärt Karnetzki. Zunächst gehen Treuhänder und Land Berlin in Vorkasse.

Einfach wird das Ganze allerdings nicht. „Wir müssen mit weiteren Rechtsmitteln des Eigentümers rechnen. Daher wird das Verfahren gründlich geprüft und vorbereitet, damit es am Ende gerichtsfest ist“, sagt Karnetzki.

Positiv auf die Ankündigung reagiert die Linke in Steglitz-Zehlendorf. „Wir begrüßen es sehr, dass das Bezirksamt endlich konsequente Maßnahmen einleitet, um den nun fast 20 Jahre andauernden Leerstand des Hauses auf Kosten des Eigentümers zu beenden“, teilt die Linke-Vorsitzende Franziska Brychcy mit. Auch der Mieterverein stellt sich hinter den Bezirk: „Es wird höchste Zeit, dass gegenüber Eigentümern, die ihre Immobilie leer stehen und verwahrlosen lassen, Ernst gemacht wird mit dem Entzug der Verfügungsrechte“, sagt Geschäftsführer Reiner Wild. Er fordert die anderen Bezirke auf, dem Vorbild von Steglitz-Zehlendorf zu folgen.

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