Mangelhafte Versorgung im Süden
Bezirk bittet Senat um Prüfung für neuen Pflegestützpunkt

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Marienfelde und Lichtenrade haben eine Gemeinsamkeit. In beiden Ortsteilen gibt es keinen Pflegestützpunkt. Auf diesen Mangel machte die Bezirksverordnete Aferdita Suka (Grüne) bereits im Ende 2017 in einem Antrag aufmerksam. Nun hat das Bezirksamt reagiert.

In einem am 10. März verfassten Schreiben sei die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung um die Prüfung einer Außenstelle in Marienfelde oder Lichtenrade gebeten worden. Das teilte Gesundheitsstadtrat Oliver Schworck (SPD) mit. Hintergrund dieses Vorgehens ist, dass die Einrichtung von Pflegestützpunkten nicht zu den bezirklichen Angelegenheiten gehört. Sie wird in Berlin im Landesrahmenvertrag für die Pflegestützpunktarbeit geregelt. Unter Paragraf 3 heißt es darin: „Nach der Allgemeinverfügung vom 12. Dezember 2008 ist eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung durch Pflegestützpunkte gewährleistet, wenn landesweit für durchschnittlich jeweils 95 000 Einwohner ein Pflegestützpunkt eingerichtet ist.“

„In jedem Berliner Bezirk wurden dazu drei Pflegestützpunkte eingerichtet. In sechs Bezirken gibt es mittlerweile zusätzlich zu den drei Pflegestützpunkten eine Außenstelle“, erklärt Stadtrat Schworck. Die Stützpunkte in Tempelhof-Schöneberg befinden sich im Hundsteinweg 6 in Mariendorf, in der Ottokarstraße 1 in Tempelhof und der Hauptstraße 17 in Schöneberg. Eine Datenerhebung durch die Organisationseinheit Sozialraumorientierte Planungskoordination hat jedoch ergeben, dass im Bezirk auf jeden dieser Pflegestützpunkte 117 143 Einwohner kommen, über 20 000 mehr als im Landesrahmenvertrag für eine „flächendeckende und wohnortnahe Versorgung“ vorgeschrieben. „Durch einen vierten Pflegestützpunkt würde sich eine rechnerische Verteilung von 87 857 Einwohnern je Standort ergeben“, erläutert der Stadtrat. Damit würde der Bezirk die Vorgaben erfüllen.

Das Defizit ist erkannt – gerade in Lichtenrade und Marienfelde, wo rund 84 000 Einwohner (Stand 2018) melderechtlich registriert und 27 Prozent der Menschen 65 Jahre oder älter sind. Mit diesem Wert liegen die beiden Bezirksregionen laut Schworck im Vergleich sechs Prozentpunkte über dem Bezirks- und ganze acht Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Zu welchem Ergebnis die zuständige Senatsverwaltung kommen wird, ist noch nicht bekannt.

Autor:

Philipp Hartmann aus Tempelhof

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