Plädoyer für Impfpflicht
Gesundheitsstadtrat befürchtet Ausbreitung von Masern

In der aktuellen Debatte um die steigende Zahl der Maserninfektionen hat sich Oliver Schworck (SPD) für die Einführung verpflichtender Masernimpfungen in Berlin ausgesprochen.

„Trotz der Appelle an die Bevölkerung hat eine Impfmüdigkeit eingesetzt, die Menschenleben gefährdet. Wenn wir die Ausbreitung der Masern stoppen wollen, wie es die Ziele des Europäischen Impfaktionsplans vorsehen, kommen wir um eine Impfpflicht nicht umhin“, erklärt der Gesundheitsstadtrat. Jede infizierte Person sei nicht nur selbst von einer zum Teil kompliziert verlaufenden und potenziell lebensbedrohlichen Krankheit betroffen, sondern gefährde auch alle Menschen in ihrem Umfeld, die nicht oder noch nicht geimpft sind.

In ganz Deutschland sollen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aktuell mehr als 70 000 Kleinkinder nicht gegen Masern geimpft sein. Darüber hinaus fehle auch vielen jungen Erwachsenen eine wichtige Zweitimpfung. „In Berlin sind 79,6 Prozent der Kinder bis 24 Monate nach der Geburt geimpft. Damit liegt die Hauptstadt zwar über dem Bundesschnitt mit 73,9 Prozent, aber unter der empfohlenen 95-Prozent-Marke der Weltgesundheitsorganisation. Im vergangenen Jahr wurden berlinweit 34 Masernerkrankungen gemeldet, davon allein zehn in Tempelhof-Schöneberg“, teilt das Bezirksamt mit.

Nachdem vor Kurzem Brandenburg als erstes Bundesland den Nachweis der Masernimpfung als Zugangsvoraussetzung für Kitas beschlossen hat, sagt Schworck: „Zur Vermeidung der Ausbreitung von Masern kann ich mir so eine Regelung auch für Berlin vorstellen.“ Daneben müsse der öffentliche Gesundheitsdienst verstärkt Erwachsene über die Krankheit und ihre Folgen informieren.

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