Guerillagärtnerin im Baumscheibenstreit

Findet Guerillagärtnerin Alfa Conradt schlimm: eine vom Bezirk gestaltete Baumscheibe mit riesigen Metallbügeln und Split an der Türkenstraße. | Foto: Dirk Jericho
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Die selbsternannte Guerillagärtnerin Alfa Conradt wird am 16. Juni von 16 bis 19 Uhr wieder mit Anwohnern vor der Türkenstraße 25 Baumscheiben bepflanzen. Bei der gemeinsamen Pflanzaktion mit dem Baumchef im Grünflächenamt und der zuständigen Stadträtin Sabine Weißler (Grüne) könnte es erneut „krachen“, wie die engagierte Ökoaktivistin sagt.

Beim Thema Baumscheiben bleibt Alfa Conradt standhaft. Ihre Minibeete bewacht sie auch schon mal mit einem Sitzstreik. Denn das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt (SGA) hatte die Baumscheiben-Verschönerin vor einem Jahr aufgefordert, ihre kleinen Holzzäune um die Gehweg-Minigärten zu entfernen. Denn im Gegensatz zu anderen Bezirken sind in Mitte Zäune um bepflanzte Baumscheiben verboten. „Eine Baumscheibe ohne Schutzzaun überlebt nicht“, sagt Conradt. Sie hat bisher zehn Baumscheiben gestaltet und privat viel Geld in die Gehwegoasen gesteckt. Mittlerweile bekommt sie 250 Euro pro Jahr aus der Stadtteilkasse für ihr ehrenamtliches Engagement. Die Zäune um Conradts Gehweggärten stehen immer noch. Trotz der im vergangenen Jahr von Weißler angedrohten zwangsweisen Entfernung der Baumscheibenzäune ist bisher nichts passiert.

Zum Langen Tag der Stadtnatur am 16. Juni wird Conradt „erstmalig zusammen mit Baumchef Wolfgang Leder vom Grünflächenamt und Bezirksstadträtin Sabine Weißler eine Baumscheibe im Wedding bepflanzen“, sagt sie. Dabei soll thematisiert werden, „was Bürger und das Amt sich unter einer pflegeleichten Baumscheiben-Bepflanzung vorstellen.“ Dass die Bezirksgärtner und die Guerillagärtnerin Alfa Conradt ihre Kriegsharke begraben, ist eher nicht zu erwarten. „Split gegen Würmer“ nennt Conradt deren Aktion. Denn das Grünflächenamt hat gerade neue Bäume an der Türkenstraße gepflanzt und die Baumscheiben mit Split befüllt und darin „mickrige Stauden“ gepflanzt, lästert Conradt. Die jeweils drei großen Metallbügel um die Jungbäume findet sie nicht nur „potthässlich“, sondern auch hinderlich. Leute nutzen sie als Fahrradständer, die ehrenamtlichen Gärtner kommen so schlecht ran.

Sollte es bei der gemeinsame Pflanzaktion „nicht zum Konsens kommen und mir der Herr Leder Split in die Baumscheibe kippt, kracht es“, so Alfa Conradt. Dann würde sie die öffentliche Veranstaltung „sofort abbrechen“ und den Split wieder rausholen.

Auch beim Thema Zäune um Baumscheiben sind kontroverse Diskussionen zu erwarten. Im neuesten E-Mail-Newsletter der Grünen schreibt die für das SGA zuständige Stadträtin Sabine Weißler: „Wenn das SGA darauf besteht, dass bei der Bepflanzung von Baumscheiben (kann man machen, kein Thema) keine Pflöcke in die Wurzelplatten gejagt werden, dann hat es recht! Die Baumscheibe dient – wie der Name schon sagt – dem Baum! Stadtbäume haben viel auszuhalten.“ Ihren Standpunkt hat Weißler mit der Bezirkswebsite verlinkt, auf der die Regeln für Baumscheibenbegrünungen erläutert werden. Im Flyer, den man herunterladen kann, wird erklärt, wie sich der Bezirk eine Baumscheibe wünscht. Warum die massiven, tief in die Baumscheibe gerammten Metallbügel die Wurzeln nicht beschädigen, aber die Minizäune, versteht Conradt nicht.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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