Beuth-Studenten bauen Gesichtsschirme
In Techniklaboren werden sogenannte „Face Shields“ für Krankenhäuser produziert

Labormitarbeiter Martin Kaiser von der Beuth-Hochschule bei der Produktion der Masken am Laser Cutter.
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  • Labormitarbeiter Martin Kaiser von der Beuth-Hochschule bei der Produktion der Masken am Laser Cutter.
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Corona- Unternehmens-Ticker

Die Beuth Hochschule für Technik an der Luxemburger Straße wird in der Corona-Krise zur Produktionsstätte für dringend benötigte Schutzmittel. Studenten haben Gesichtsvisiere für Ärzte und Retter entwickelt und wollen täglich bis zu 2000 Stück herstellen.

Schweißen, löten, fräsen, schneiden – in den knapp 100 Hochschullaboren machen die Technikstudenten an hochwertigen Maschinen praktische Übungen und konstruieren Testaufbauten. Doch derzeit ist die Beuth-Hochschule im Corona-Shutdown. Die rund 13 000 Studenten der 70 Beuth-Studiengänge büffeln im Homeoffice. Mechatronik-Student Paul Jerchel, Chef der studentischen Initiative „Rat für Zukunftsweisende Entwicklung“, hatte die Idee, die hochwertigen Geräte in den Studienlaboren für die Produktion von Schutzausrüstung zu nutzen. „Wir haben die Fachkenntnis und die Ausstattung“, sagt Jerchel.

Gemeinsam mit Laboringenieur Tasso Mulzer und 16 weiteren Beuth-Studenten hat er einen Prototypen für einen Gesichtsschirm entwickelt. Die „Face Shields“ genannten Beuth-Visiere werden seit dem 8. April in vier verschiedenen Laboren produziert. Die Handgriffe sitzen; Jerchel geht davon aus, dass sein Team zwischen 1000 und 2000 Visiere täglich schaffen kann. Es gebe eine große Nachfrage von Krankenhäusern, Pflege- und Rettungsdiensten, Arztpraxen oder Hilfsorganisationen.

Zusammenarbeit mit vielen Partnern

Die Studenten arbeiten ehrenamtlich; Geld gibt es für die Arbeit nicht. „Wir wollen zeigen, was wir als Hochschule in Kooperation mit verschiedenen Partnern wie Berliner und Brandenburger Makerspaces in Krisenzeiten leisten können“, sagt Paul Jerchel. „Wir als Hochschule sind keine Produktionsstätte, aber wir können die Fachkenntnisse, die Ausstattung und die Agilität, die wir sonst für den Lehrbetrieb aufwenden, auf praktische Hilfe übertragen. Kollaborativ mit freiwilligen Hochschulangehörigen, Industriepartnern, Unterstützern im Kiez und der Maker-Community“, so Jerchel.

Die Gummibänder hat zum Beispiel das Weddinger Zeichencenter Ebeling gespendet. Die Firma Bleher Folientechnik hat große PET-Stapel zur Verfügung gestellt, aus denen die Visiere geschnitten werden. Der Lasercutter dafür steht im Labor für Optik und Lasertechnik vom Beuth-Fachbereich Medizinphysik. Die Stirnbänder werden aus Silikon in Formen hergestellt. Die Halterungen aus Spritzgussteilen kommen aus dem 3D-Drucker.

Wer Visiere und Masken braucht, kann sich per E-Mail anmelden: bedarf@masken.berlin. Auf der Plattform www.masken.berlin von der offenen, gemeinnützigen Werkstatt „xHain hack+makespace“ kann man auch spenden oder Nähanleitungen für Gesichtsmasken herunterladen und anschauen. Die offene Werkstatt „x-hain hack+makespace“ arbeitet mit vielen Partnern zusammen, um Behelfsmasken und Gesichtsschilde herzustellen und kostenfrei an medizinisches Personal und Personen aus Risikogruppen zu verteilen.

Die Beuth-Studenten haben schon öfter Nützliches für den Kiez gemacht. Noch vor der Pandemie haben sie zum Beispiel ein Lastenrad konstruiert und gebaut, das jetzt im Sprengelkiez kostenfrei unter https://flotte-berlin.de/lastenrad-kalle-im-wedding verliehen wird.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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