Evers verleiht dem Antreiber vom Leon-Jessel-Platz die „Lilie“

So sieht ein Sieger aus: Michael Müller (l.) kämpft im Leon-Jessel-Kiez für Verkehrsberuhigung und mehr Aufenthaltsqualität.
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Wilmersdorf. Soforteinsatz für Flüchtlinge würdigen? Oder die Dauerarbeit einer klassischen Initiative? Bei der Verleihung des ersten Wilmersdorfer Bürgerpreises fand der CDU-Abgeordnete Stefan Evers mit seiner Jury einen Kompromiss: 500 Euro gehen an den Chef der BI „Miteinander im Kiez“ und nochmals 500 Euro an den ASB.

Einen Paradefall von ehrenamtlichem Einsatz feiern – in Wilmersdorf ist das so, als müsste man in einem üppigen Blumenstrauß die schönste Blüte bestimmen. Stefan Evers, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, hatte in diesem Spätsommer aber nur eine „Lilie“ zu vergeben – so nennt er den neu ins Leben gerufenen Wilmersdorfer Bürgerpreis.

Wohl in kaum einem anderen Bezirk fällt die Auswahl so schwer, hätte man doch für fast jeden Bewerber gute Gründe. Also beriet sich Evers mit einer Jury – bestehend aus Stefan Weise von der Initiative „Wir Berlin“, der Bezirksverordneten Barbara Siele, Konstantin Patsalides und Sven Vollbrecht von der AG Düsseldorfer Straße sowie Berliner-Woche-Reporter Thomas Schubert.

Ob man nun den aktuellen Beistand für Flüchtlinge im Rathaus Wilmersdorf belohnen sollte? Etwas, das Evers als das „Leidenschaftlichste“ bezeichnet, was man in den vergangenen Jahren erlebt hat. Oder ob das Preisgeld von 500 Euro bei einer der örtlichen Initiativen richtig aufgehoben wäre? Den Gruppen, die Woche für Woche Plätze pflegen und Bäume gießen?

Statt entweder oder hieß es am Ende sowohl als auch. Zunächst einmal fielen in Sachen Bürgerpreis bei einer knappen Entscheidung die meisten Stimmen auf Michael Müller, den Vorsitzenden der Initiative „Miteinander im Kiez“ vom Leon-Jessel-Platz: einen unermüdlichen Antreiber und zielstrebigen Gestalter, nach Stefan Weises Auffassung jemand, der angeht gegen die Anonymität.

Zum anderen will Evers die Flüchtlingshilfe mit einem Sonderpreis würdigen. Weitere 500 Euro gehen somit an die Unterstützer im Rathaus Wilmersdorf, organisiert beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), „Wilmersdorf hilft“ und „Willkommen in Wilmersdorf“.

Und wer diesmal leer ausging, könnte schon 2016 der Gewinner sein. Denn Evers sieht die Verleihung der „Lilie“ als „Anfang einer jährlichen Tradition“. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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