Willkommen sind Dinge mit Geschichte
In der Villa Kuriosum entsteht die Alltagskammer Lichtenberg

Kinay Olcaytu (links) und Friedericke Bérat sammeln in der Villa Kuriosum Objekte, zu denen Kiezbewohner eine Geschichte zu erzählen haben
6Bilder
  • Kinay Olcaytu (links) und Friedericke Bérat sammeln in der Villa Kuriosum Objekte, zu denen Kiezbewohner eine Geschichte zu erzählen haben
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Silvia Möller

Die Villa Kuriosum an der Scheffelstraße 21 ist wohl eine eher ungewöhnliche Kultureinrichtung.

In einem Raum soll in den nächsten Monaten die „Alltagskammer Lichtenberg“ entstehen. Dabei handelt es sich um eine Kunstausstellung der ganz besonderen Art, berichtet Leiterin Friedericke Bérat. Die Alltagskammer lehnt sich frei an die „Wunderkammern“ an, die in der späten Renaissance in Mode kamen, ein Sammlungskonzept unspezifischer und bizarrer Gegenstände, die auf Raritäten oder Kuriositäten früherer Zeiten beruhen.

„Wir haben in der Villa bereits ein kleines Kuriositätenkabinett“, berichtet Friedericke Bérat. „Hinter jedem Objekt steckt auch eine Geschichte. Das brachte uns auf die Idee, eine Alltagskammer Lichtenberg einzurichten. Die wird sich vom Kuriositätenkabinett unterscheiden. Denn wir meinen, dass echte Geschichten im Alltag entstehen. Und echte Wunder können nur im täglichen Leben gefunden werden.“ Deshalb sammelt das Projektteam Objekte und Geschichten dazu, die mit dem Bezirk, mit dem Ortsteil, mit der Scheffelstraße oder gar mit Haus und Grundstück zusammenhängen.

Garten voller Obstbäume

Die Immobilie war, so der bisherige Kenntnisstand, mal ein Stützpunkt des Lichtenberger Gartenamts. In dem Flachbau mit einer geschätzten Gesamtfläche von 200 Quadratmetern soll sich auch die Wohnung eines Mitarbeiters befunden haben. Der hat wohl auch sein gärtnerisches Wissen in Schulungen vermittelt. Und das Tolle ist, dass sich im Garten 17 Obstbäume befinden: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen und anderes mehr. Das inspirierte die heutigen Nutzer, auch ein Gartenprojekt zu initiieren. Einmal in der Woche kommt eine Gruppe von Menschen mit Handicap, um unter Anleitung zu gärtnern.

Irgendwann wurde der Standort nicht mehr vom Gartenamt benötigt und leergezogen. Auf das Gebäude sind dann Ende des vergangenen Jahrzehnts Mitglieder des Vereins S.C.E.N.E.5 aufmerksam geworden. „Unser Verein wurde 1998 in Friedrichshain gegründet. Wir hatten ein Haus in der Schreinerstraße besetzt und dort ein Atelierhaus eingerichtet“, berichtet Friedericke Bérat. „Wir wurden aber raussaniert.“

Mit dem Bezirksamt konnte ein Mietvertrag abgeschossen werden. Seitdem nutzen Künstler unterschiedlicher Richtungen die Villa Kuriosum und ihren Garten für ihre Arbeit, Projekte und sogar Festivals. Im Gebäude gibt es eine Druckwerkstatt. Hier arbeiten Zeichnerinnen und Fotografen. Es findet Theater statt. Und auch Zirkusleute sind vor Ort. „Wir sind eine bunte Mischung aus darstellenden und bildenden Künstlern“, fasst Friedericke Bérat zusammen. Die Regisseurin ist Vorsitzende des Trägervereins. „Außerdem findet bei uns ein reger Austausch mit Künstlern aus Teheran, vom Balkan, aus Frankreich, Spanien und anderen Ländern statt.“

Mit der „Alltagskammer Lichtenberg“ möchte das Team nun einen Ort schaffen, an dem Kiezgeschichte bewahrt und dokumentiert wird. Bis zum 18. Oktober kann jeder sonntags von 14 bis 16 Uhr Objekte vorbeibringen, die Geschichte dazu erzählen oder aufschreiben. Auch Leihgaben sind willkommen. Alle Objekte werden professionell fotografiert. Bis zum Ende des Jahres sollen eine Abschlussausstellung sowie ein Katalog mit Fotos und den Geschichten gestaltet werden. Gefördert wird dieses Projekt vom Bezirkskulturfonds.

Friedericke Bérat ist guter Dinge, dass viele Nachbarn mitmachen. Seit 2012 öffnete sich der Garten nach und nach für Publikum. Sonntags gibt es meist ein Kinderprogramm.

Weitere Informationen unter Telefon 0176/32 34 09 86, villakuriosum@googlemail.com sowie www.villakuriosum.net.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

53 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Studentische Umzugshelfer Berlin sind der richtige Ansprechpartner für Ihren Umzug.
4 Bilder

So geht Umzug
Studentische Umzugshelfer Berlin

Ein Umzug ist immer mit viel Arbeit verbunden. Es ist daher zumeist von Vorteil, wenn Sie sich tatkräftige Unterstützung für Ihren geplanten Umzug in Berlin holen. Studentische Umzugshelfer sind erfahren und bieten günstige Preise. Die Umzugshilfe Ihrer Wahl kann Ihnen nicht nur beim Umziehen, sondern auch beim Einpacken, Auspacken und Anschließen von Geräten helfen. Schauen Sie, was Ihnen eine erfahrene Umzugsfirma alles bieten kann. Auf uns ist VerlassPlanen Sie einen Umzug in oder...

  • Charlottenburg-Wilmersdorf
  • 16.05.22
  • 56× gelesen
WirtschaftAnzeige
Ugur Yaman - Der Gründer und Experte von Optic Hair
4 Bilder

Optic Hair beherrscht sein Handwerk
Mit einer Haarpigmentierung in Berlin bei Optic Hair erreichen Sie einen natürlich aussehenden Stoppel-Effekt auf Ihrer Kopfhaut

Eine Haarpigmentierung Berlin ist der sanfteste Weg zu vollem Haar. Ganz ohne Skalpell und Narben füllt sich das Haarkleid wieder auf. Verständlich, dass viele Alopezie-Patienten die sanfte Behandlung als Gamechanger sehen. Endlich können sie sich auch ohne Transplantation wieder frisch, jung und selbstbewusst fühlen – ganz ohne horrende Haarpigmentierung Kosten. Haarpigmentierung bei Optic Hair – lichtem Haar keine ChanceLichte Stellen im Haarkleid sind eine psychische Belastung, der sich...

  • Bezirk Mitte
  • 16.05.22
  • 71× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
In einem Notfall muss alles ganz schnell gehen.

Caritas-Klinik Dominikus Berlin-Reinickendorf
Aus dem Alltag einer Notärztin

Bei einem Notfall sind die ersten Minuten entscheidend. In Sekundenschnelle muss der Notarzt Entscheidungen treffen und lebensrettende Maßnahmen einleiten. Oft kann er in letzter Minute helfen, doch manchmal gelingt es auch nicht. Nerven wie DrahtseileBei aller Hektik braucht es Nerven wie Drahtseile, um ruhig und konzentriert zu bleiben. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Notfallmedizin zu einer eigenen, hochspezialisierten Fachrichtung weiterentwickelt – immer mit dem Ziel zu helfen, weil jede...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 11.05.22
  • 106× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Dr. Michael Pieschka
3 Bilder

Caritas.EndoskopieZentrum.Berlin
Warum eine Darmspiegelung Leben retten kann

Die Experten des Caritas.EndoskopieZentrum.Berlin geben Antworten rund um das Thema Darmspiegelung und Darmkrebsvorsorge. Gemeinsam leiten Dr. Michael Pieschka und Dr. Christian Breitkreutz das Endoskopiezentrum der Caritas Gesundheit an den Standorten in Reinickendorf und Pankow. Warum ist Darmkrebsvorsorge sinnvoll? Dr. Pieschka: Darmkrebs ist ein „stiller“ Krebs – wenn man ihn bemerkt, ist es fast immer zu spät. Deshalb ist Vorsorge so wichtig. Über 90 Prozent der bösartigen...

  • Pankow
  • 09.05.22
  • 132× gelesen
  • 1
Gesundheit und MedizinAnzeige
Die fortschreitende Digitalisierung erleichtert unser Leben immer mehr. Kein Wunder also, dass auch die Telemedizin immer mehr Befürworter verzeichnet.

Für Ärzte und Patienten
10 Vorteile von Telemedizin

Die fortschreitende Digitalisierung erleichtert unser Leben immer mehr – egal ob es um Bankangelegenheiten, Behördengänge oder die Inanspruchnahme von Lieferdiensten geht. Kein Wunder also, dass auch die Telemedizin immer mehr Befürworter verzeichnet (Quelle: ntv.de). Gerade in Zeiten von Pandemien wird besonders deutlich, wie wichtig die Telemedizin ist – und was sie alles leisten kann. Doch wo genau liegen ihre Vorteile? In diesem Artikel werden wir die Vorzüge der Telemedizin genauer unter...

  • Bezirk Mitte
  • 07.04.22
  • 377× gelesen
WirtschaftAnzeige
Wir beraten Sie gern und heben uns daher ab, Ihre Individualität auch auf dem letzten Weg zu wahren.
3 Bilder

Wir sind für Sie da
Für einen Abschied nach Ihren Vorstellungen

„Die Beerdigung soll ganz einfach sein - auf der grüne Wiese, anonym. Keiner, soll sich um eine Grabpflege kümmern und es soll günstig sein.“ Diesen oder ähnliche Sätze hören wir öfter von unseren Kunden. Wir, Theodor Poeschke Bestattungen, führen nicht nur aus, sondern beraten Sie umfangreich über die neuen, pflegefreien und oft deutlich günstigeren alternativen Bestattungsmöglichkeiten. So sparen Sie leicht 500 bis 600 Euro. Wir sind für Sie da, damit Sie auf Ihre Art Abschied nehmen können....

  • Bezirk Spandau
  • 04.05.22
  • 170× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.