Olivaer Platz: ohne Umbau keine Schönheitskur

Säge im Schrank lassen: Der Architekt für den Platzumbau würde auf eine freie Wiese verzichten, um den bestehenden Bewuchs zu schonen.
  • Säge im Schrank lassen: Der Architekt für den Platzumbau würde auf eine freie Wiese verzichten, um den bestehenden Bewuchs zu schonen.
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  • hochgeladen von Thomas Schubert

Charlottenburg-Wilmersdorf. Weil am Olivaer Platz 70 Bäume zu verschwinden drohen, berief Baustadtrat Marc Schulte (SPD) eine Versammlung ein. Und stellte klar: 2,5 Millionen Euro Fördergeld gäbe es nur für einen Umbau - nicht für die Pflege der Fläche in unveränderter Gestalt.

Vorwärts kommen, einen Bebauungsplan aufstellen, rechtzeitig Fördergelder anzapfen, das möchte der Bezirk. Nichts von alledem will eine wachsende Gruppe von Bürgern.

Im Verfahren zur Gestaltung des Olivaer Platzes steht man deshalb trotz jahrelanger Vorbereitung wieder am Anfang. Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf angesichts des Verlaufs der aktuellen Diskussion, die eigentlich klären sollte, wie man beim Umbau möglichst viele Bestandsbäume stehen lässt. Tatsächlich war es ein Anreden gegen den harten Kern von Kritikern, die keinerlei Umbau dulden wollen und für einen Bürgerantrag wohl genügend Unterschriften vorweisen dürften.

Aufgerollt wurden noch einmal die Pläne des Architekten Till Rehwaldt. Abermals hörte man die Hintergründe des Umbaus, der auf einen Wunsch von Bürgern zurückgehen soll. Selbst weitreichende Veränderungen seines Entwurfs würde Rehwaldt akzeptieren, auch wenn er davon abrät. Denn Kern seines Entwurfs war eigentlich die geschützte, baumlose Liegewiese. "Das ruhige Tablett, vor dem sich die Gehölzkulisse erhebt. Auch wenn wir den Wettbewerb damit gewonnen haben, muss das so nicht sein", öffnet er die Tür für Kompromisse.

Darauf einzugehen fällt der Initiative um Cornelia Kirchner und Hans-Henning Romberg allerdings schwer. "Uns geht es nicht um einzelne Bäume. Wir sind gegen den Gesamtumbau", stellte letzterer klar.

Ebenfalls zu hören waren die Unterstützer des Entwurfs. "Derzeit kann ich den Platz mit seinen Nischen und Stufen nicht nutzen", klagte ein gehbeeinträchtigter Mann. Nach dem Umbau wäre die Fläche barrierefrei. Ein anderer verwies auf das veraltete Konzept der 60er-Jahre-Anlage: "Der Platz ist dunkel und schottet sich ab. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Miserabel sei der Zustand des jetzigen Spielplatzes. Beim Umbau bekäme man einen neuen.

Ein Gremium aus Bürgern und Experten will sich demnächst auf den Platz begeben, um die Bäume einzeln zu inspizieren und zu entscheiden, welche unverzichtbar sind.

Die Nachricht des Abends ist hingegen folgende: Es lässt sich noch über vieles reden. Über den angedachten Totalumbau mit mehr Rücksicht auf vorhandene Bäume. Und über eine mittlere Variante mit 60 statt bisher 123 Parkplätzen. Nur eine "behutsame Renovierung" mit verbesserter Pflege wie sie Cornelia Kirchner und ihre Initiative fordern, kann es laut Schulte nicht geben. Denn ohne echten Umbau fließt auch kein Cent Fördergeld, und es bliebe wirklich alles beim Alten. Wie wenig Geld derzeit zur Pflege vorhanden ist, kann jeder selbst überprüfen. Man gehe dazu einfach mal über den Platz.

Thomas Schubert / tsc
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Thomas Schubert aus Charlottenburg

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