Verfolgt vom Lärm der Tram
Leiden eines Anwohners am Traveplatz

Wenn die Straßenbahn um die Ecke biegt, ist der Lärm oft unerträglich, sagt Axel Knobel.
  • Wenn die Straßenbahn um die Ecke biegt, ist der Lärm oft unerträglich, sagt Axel Knobel.
  • Foto: Thomas Frey
  • hochgeladen von Thomas Frey

"Der scheint sich Mühe zu geben", stellt Axel Knobel in diesem Moment fest. Sein Lob gilt einem Straßenbahnfahrer, der mit relativ wenig Krach in die Kurve am Traveplatz einbiegt.

Ganz anders kurz darauf ein Kollege. Seine Fahrt verursacht ein nicht nur lautes, sondern vor allem nerviges Geräusch. Axel Knobel fühlt sichtbaren Schmerz. Denn diesen Lärm müsse er, vor allem im Sommer, in regelmäßigen Abständen ertragen.

Der Mann sieht sein Leben dadurch ziemlich eingeschränkt. Während der Betriebszeit der Tram könne er seine Fenster nicht öffnen. Seine Lebensgefährtin sei wegen der Lautstärke bei ihm ausgezogen. Dabei, so findet er, könne es doch kein Hexenwerk sein, das Problem abzustellen, konkret vor allem im Abschnitt zwischen Müggel-, Trave- und Weichselstraße.

Denn die Ursache, so meint Knobel, liege an den veralteten Schienen und manchen Straßenbahnwaggons. Je nach Fahrweise des Tramlenkers werde es dann noch mehr oder weniger potenziert. Auf all das mache er schon seit Jahren aufmerksam. Ohne darauf eine Reaktion von der BVG zu bekommen. Was ihn ganz besonders ärgert.

Das bestreitet wiederum Markus Falkner, Sprecher der Verkehrsbetriebe. Dem Mann sei im Juli geantwortet worden. Ebenso wie anderen Anwohnern, die vorstellig geworden seien. Absender sei allerdings die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gewesen, bei der sich der Betroffene ebenfalls beschwert hatte.

Zum Thema selbst erklärt der Sprecher folgendes: Der Grund für den Lärm liege vor allem am Zustand der Räder. Salopp gesagt, ob sie mehr oder weniger abgefahren sind. Teile der Schienen in diesem Gebiet seien vor kurzem erst erneuert worden, was ebenfalls zu größerer Lautstärke beitragen könnte. Denn sie müssten erst "eingefahren" werden. Desweiteren gebe es in den Sommermonaten häufig einen höheren Geräuschpegel, wenn die Gleise zu trocken sind. Und schließlich: Es sei eine Sanierung des Tram-Fahrwegs geplant, bisher vorgesehen für das Jahr 2021.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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