Filme und Barhotline gegen Lärm: Initiative "fair.kiez" stellt jüngste Aktivitäten vor

Stefanie Raab und Stadtrat Hehmke bei der aktuellen fair.kiez-Präsentation.
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Friedrichshain-Kreuzberg. Die drei Filmchen sind jeweils nur wenige Sekunden lang und machen in Strichmännchenmanier klar, was Besucher unterlassen sollen.

Lärm vor allem. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Abfall in die Mülltonne gehört und Pinkeln im öffentlichen Raum ein absolutes NoGo ist.

Die Verhaltenshinweise in Form von bewegten Bildern sind eine Aktion im Rahmen der Initiative "fair.kiez" des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.

Seit zwei Jahren arbeitet das Netzwerk daran, Konflikte wegen der Touristenströme in Wohngebieten zu minimieren. Los ging es damals mit einer zumindest öffentlichkeitswirksamen Pantomimeaktion in mehreren Kiezen. In diesem Jahr gibt es die Filme, die mehrmals täglich auf den drei LED-Tafeln an der Warschauer- und der Mühlenstraße sowie auf dem Anschutz-Areal zu sehen sind. Aber nicht nur. Das weitere Ziel ist es, Einvernehmen zwischen Gaststättenbetreibern und benachbarter Wohnbevölkerung herzustellen. In den vergangenen Monaten hätte es dazu drei Gesprächsrunden zur Situation in der südlichen Simon-Dach-Straße gegeben, berichtet Stefanie Raab von der Agentur coopolis, die mit fair.kiez beauftragt ist. Herauskommen sei dabei eine "Charta", in der sich die Kneipenbesitzer verpflichten, gegen einen hohen Geräuschpegel vorzugehen. Außerdem gebe es zu mehreren Lokalen jetzt eine "Barhotline". Anwohner könnten dort direkt anrufen, wenn der Lärm nach ihrer Meinung wieder einmal völlig unzumutbar ist.

Die Gastronomen in die Pflicht zu nehmen, liege schon deshalb auf der Hand, weil es sich bei ihnen um konkrete Ansprechpartner vor Ort handelt, meint Wirtschafts- und Ordnungsstadtrat Andy Hehmke (SPD). Im Gegensatz zu den Touristen, die oft nach einem oder zwei Tagen bereits wieder verschwunden sind und deshalb vor allem mit Filmen oder Flyern erreicht werden können. Außerdem würden zwischen den Vertretern des Schankgewerbes und der Bevölkerung viele gemeinsame Interessen bestehen, meint Stefanie Raab. Beide seien die Leidtragenden, wenn sich Besucher daneben benehmen.

Die Gespräche hätten unter reger Beteiligung betroffener Bürger, einschließlich Vertretern der Anwohnerinitiative "Die Anrainer" stattgefunden, erklärte die coopolis-Geschäftsführerin ebenfalls. Anrainer-Sprecherin Karola Vogel bestätigt zwar die regelmäßige Teilnahme, sieht die Ergebnisse aber nicht durchgehend positiv. "Die Charta haben wir nicht unterschrieben, schon weil sie ein von Gewerbetreibenden formuliertes Ergebnis war." Richtig wäre, dass der direkte Kontakt mit den Gastwirten ein besseres Kennenlernen und auch ähnliche Ansichten zu manchen Punkten erbracht habe. Was die Beschwerdehotline betreffe, habe sich ein erster Anruf in der Nacht vom 8. auf den 9. April als wenig ergebnisreich erwiesen. "Da war nur ein Anrufbeantworter erreichbar."

Beim Ordnungsamt werde auch in diesem Sommer sogenannte Spät-Spätschichten geben, kündigte Stadtrat Hehmke eine Maßnahme des Bezirks an. Das bedeutet, in einigen Ausgehmeilen sind Kiezstreifen teilweise am Wochenende bis Mitternacht unterwegs. Insgesamt werde vor allem auf Kommunikation und Kooperation gesetzt. Es gehe nicht darum, die Touristen aus den Kiezen zu vertreiben, wohl aber um stadtverträgliche Lösungen, meinte der Stadtrat. Ob die in den kommenden Sommermonaten wirklich greifen, müsse abgewartet werden, gerade auch in der südlichen Simon-Dach-Straße, wo es, anders als im nördlichen Bereich, statt Restaurants vor allem Bars und Kneipen gibt. In diesem Abschnitt sammeln sich auch gerne Besucher, die danach das RAW-Gelände am Ende der Straße aufsuchen. Deshalb soll jetzt versucht werden, diesen RAW-Eingang dauerhaft zu schließen, kündigt Stefanie Raab ein weiteres fair.kiez-Vorhaben an. tf

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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