"Wir sind eine ganz besondere Schule"
Oberstufenzentrum für Chemie, Physik und Biologie lädt zum Tag der offenen Tür ein

Schulleiterin Almut Rietzschel vor dem neuen Gebäude. Links im Hintergrund ist das alte zu sehen. Es soll abgerissen werden.
  • Schulleiterin Almut Rietzschel vor dem neuen Gebäude. Links im Hintergrund ist das alte zu sehen. Es soll abgerissen werden.
  • Foto: Schilp
  • hochgeladen von Susanne Schilp

Zum ersten Mal veranstaltet die Lise-Meitner-Schule einen Tag der offenen Tür im neuen Gebäude an der Lipschitzallee 25. Am 22. Februar 10 bis 14 Uhr kann sich jeder über das Oberstufenzentrum (OSZ) für Chemie, Physik und Biologie informieren. Die Besucher sind eingeladen, den Unterricht kennenzulernen.

„Wir verlegen einen kompletten Schultag auf den Sonnabend“, so OSZ-Leiterin Almut Rietzschel. Es gibt Beratung und jede Stunde bietet Rietzschel einen Infoblock mit Powerpoint-Präsentation an. Ab 14 Uhr werden ehemalige Schüler, Lehrer und Ausbilder empfangen. Bei Führungen erfahren sie alles über Architektur und Kunst im neuen Haus, das erst im Herbst bezogen wurde. Auch wissbegierige Nachbarn sind willkommen. Die Lise-Meitner-Schule wurde 1979 als eines von sechs Berliner Oberstufenzentren eröffnet. Sie wenden sich an Jugendliche, die die zehnte Klasse hinter sich haben und einen höheren Abschluss und/oder eine Berufsausbildung anstreben.

An der Lipschitzallee gibt es rund 1300 Schüler, die sich auf drei Bereiche verteilen: In der Berufsfachschule ist es möglich, innerhalb von drei Jahren eine Ausbildung zum technischen Assistenten in den Richtungen Chemie, Biologie oder Physik zu machen – und gleichzeitig die Fachhochschulreife. Wer mag, kann noch ein Jahr dranhängen und das Voll-Abitur ablegen. „Das tun aber nicht viele, denn sie sind auch ohne Abi gefragt“, sagt Rietzschel.

Ausbildung auf Bachelor-Niveau

Beim nächsten Zweig verhält es sich umgekehrt. Die Besucher des Beruflichen Gymnasiums machen in drei Jahren Abitur. Voraussetzung ist ein naturwissenschaftlicher Leistungskurs. Auch sie können danach ein Jahr lang weitermachen – mit dem Ziel einer Berufsausbildung zum technischen Assistenten. „Zwei Drittel hängen das Jahr an, weil sie dann eine tolle Ausbildung auf Bachelor-Niveau haben“, so die Schulleiterin. Die Vorteile bei einem anschließenden Studium liegen auf der Hand.

Schließlich gehört zum jedem OSZ eine Berufsschule. Alle, die in einem Berliner Betrieb eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung machen, kommen ein bis zwei Tage in der Woche zur Lipschitzallee. Das sind Chemie-, Biologie- und Physiklaboranten, Pharmakanten, Chemikanten, Mikrotechnologen und Werkstoffprüfer.

Die Lise-Meitner-Schule bietet noch mehr, zum Beispiel die Integrierte Berufsausbildungsvorbereitung (IBA). „Schüler, die nach der zehnten Klasse keinen oder einen schlechten Abschluss haben und ohne Ausbildungsplatz sind, werden ein Jahr lang intensiv betreut und machen Praktika“, so Rietzschel. Manchmal mit erstaunlichem Erfolg. Bei einigen zeichne sich ein späterer Übergang ins Gymnasium ab.

Interesse anregen, experimentieren lassen

Schließlich gibt es im OSZ zwei Willkommensklassen und eine Alphabetisierungsklasse für Flüchtlinge. Und auch Angebote für andere Schulen: In den Lise-Labs – den Schülerlaboren – können Klassen oder Kurse einen Vormittag lang experimentieren. „Wir haben zum Beispiel tolle Mikroskope. Kinder können beobachten, wie sich Zigarettenrauch auf Einzeller auswirkt, Jugendliche extrahieren DNS aus Orangen. Oder sie bestimmen die eigene Blutgruppe“; sagt die Schulleiterin.

Nachwuchsforscher ab der 5. Klasse, die auf eigene Faust kommen, finden ebenfalls beste Bedingungen. Dienstag- und Donnerstagnachmittag können sie Roboter bauen, experimentieren, sich von Lehrern beraten lassen, Seminare besuchen und, und, und.

Lehrermangel kennt das OSZ nicht. Mehr noch: „Die Kollegen sind hoch engagiert und bereit, viel zu arbeiten, wir sind wirklich eine besondere Schule“, sagt Rietzschel. Das halbe Kollegium bestehe aus Quereinsteigern, aber das sei gut so. „Wir brauchen ja Spezialisten. Viele kommen von den Unis, sind jung und haben als wissenschaftliche Assistenten gearbeitet.“ Natürlich müsse es für sie pädagogische Weiterbildungsangebote geben. Zum Beispiel zu Nähe-Distanz oder zum Umgang mit Schülern, die autistische Züge zeigen. Offenbar keine Seltenheit bei naturwissenschaftlich Interessierten. Für eine Veranstaltung zu diesem Thema haben sich gleich 20 Lehrkräfte eingeschrieben.

Weitere Informationen gibt es unter www.osz-lise-meitner.eu.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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