„Neuköllner Kinder sind nicht dümmer“

Der dreifache Vater Fritz Felgentreu (48) vor seinem Wahlkreisbüro am Lipschitzplatz, wo er einmal monatlich eine Sprechstunde für Neuköllner anbietet.
  • Der dreifache Vater Fritz Felgentreu (48) vor seinem Wahlkreisbüro am Lipschitzplatz, wo er einmal monatlich eine Sprechstunde für Neuköllner anbietet.
  • Foto: Sylvia Baumeister
  • hochgeladen von Sylvia Baumeister

Neukölln. Vor drei Jahren wurde Fritz Felgentreu als Neuköllner SPD-Direktkandidat in den Bundestag gewählt. Dort arbeitet er vor allem dafür, dass mehr Geld vom Bund in die Bildungsinfrastruktur fließt, um Kinder aus schwierigen Kiezen besser zu fördern.

Zurückhaltung im Kontakt mit den Bürgern kann man Fritz Felgentreu nicht nachsagen. Bei Abgeordnetenwatch.de, einer Internetplattform, die öffentliche Bürgeranfragen an Abgeordnete im Bundesparlament ermöglicht, landete er ganz vorne. Überhaupt hat er gern Kontakt zu Bürgern, in seiner Stammtischrunde oder in Diskussionsrunden. In seine Sprechstunden kommen regelmäßig Neuköllner. Häufig, weil sie Probleme mit ihrer Wohnsituation oder mit Behörden haben. „Ich kann nicht immer helfen“ gibt Felgentreu bei einem Pressegespräch in seinem Wahlkreisbüro am Lipschitzplatz zu.

Im Bundestag, wo er dem Verteidigungs- und im Familienausschuss angehört, liegt dem SPD-Politiker vor allem ein Thema am Herzen: die Stärkung der Bildungsinfrastruktur. „In Zehlendorf machen 53 Prozent aller Kinder das Abitur, in Neukölln nur 25 Prozent. Diese Kinder sind aber nicht dümmer. Sie haben nur eine schlechtere Förderung“, meint Felgentreu. Mehr Geld müsse deshalb in Institutionen wie Kitas und Schulen investiert werden. „Dort erreicht es die Menschen gerechter und effektiver, insbesondere in schwierigen Kiezen, wo Familien nicht optimal darauf vorbereitet sind, ihre Kinder zu fördern.“ Das Betreuungsgeld und eine pauschale Kindergelderhöhung lehnte Felgentreu deshalb im Bundestag ab, einen Kinderzuschlag befürwortete er. Auf Antrag erhalten nun seit Juli einkommensschwache Familien, die ein eigenes Einkommen haben, bis zu 170 Euro monatlich vom Staat.

„Sinn der Sache ist es, diese Familien aus dem Hartz-IV-Bezug herauszuhalten“, erklärt Felgentreu. Die für Familien beste Unterstützung, vor allem in Bezirken wie Neukölln, sei die Kostenfreiheit des Kitabesuchs, des Kita- und Schulessens sowie der Hortbetreuung. „Gern würden wir auch ein Kita-Qualitätsgesetz machen, das Mindeststandards vorschreibt, wie beispielsweise einen Betreuungsschlüssel von einem Erzieher für acht Kinder. Die SPD geführten Länder wollen dieses Gesetz, aber die Länder blockieren es, weil es sie Geld kostet“, meint Felgentreu. Früher oder später werde es dennoch kommen. Dafür will er sich weiterhin im Bundestag einsetzen. SB

Mehr Infos zu dem Bundestagsangeordneten unter www.fritz-felgentreu.de.
Autor:

Sylvia Baumeister aus Neukölln

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

WirtschaftAnzeige
Natascha Franke

Vertrauen Sie Experten
Makler von Postbank Immobilien helfen beim Hausverkauf

Wenn das eigene Haus den Eigentümer wechseln soll, gibt es dabei viele Stolpersteine. Verkäu­fer sollten sich daher professionelle Unterstützung holen. Natascha Franke, Maklerin von Postbank Immobilien Berlin: „Wir kennen den regionalen Markt und unsere Kunden, können die Qualitäten einer Immobilie richtig einschätzen und sind in der Lage, einen angemessenen Verkaufspreis zu er­mitteln und durchzusetzen." Denn am Wert scheiden sich oft die Geister. Der Verkäufer will keinesfalls unter Wert...

  • Bezirk Reinickendorf
  • 01.10.21
  • 162× gelesen
WirtschaftAnzeige
Maideasy sorgt für saubere Büros - jetzt auch in Berlin

Für Ihr sauberes Büro
Maideasy erweitert Büroreinigungsservice für Gewerbekunden in Berlin

Das Reinigungsunternehmen Maideasy wächst weiterhin und hat vor Kurzem den Büroreinigungsservice in den Geschäftskundenbereich in Berlin integriert. In Zukunft sollen nun mehr Firmenkunden aus der Berliner Umgebung gewonnen werden. Neben den aktuellen Leistungen der Gebäude-, Fassade-, Fenster- und Teppichreinigung konzentriert sich die Reinigungsfirma nun auch auf Büroreinigungen. Reinigungsdienstleister Maideasy im Überblick Das Reinigungsunternehmen Maideasy ist in Berlin und dessen Umgebung...

  • 30.09.21
  • 116× gelesen

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen