Gedenktafel am Frauenknast
Historikerin sucht Zeitzeugen und Betroffene

Historikerin Sandra Czech sucht Zeitzeugen für die Geschichte der Haftanstalt für Frauen in Köpenick.
  • Historikerin Sandra Czech sucht Zeitzeugen für die Geschichte der Haftanstalt für Frauen in Köpenick.
  • Foto: Ralf Drescher
  • hochgeladen von Ralf Drescher

Die Grünauer Straße 140 war von 1974 bis 1989 die Adresse von Frauen, die mit Gesetzen der DDR in Konflikt geraten und zu einer Haftstrafe verurteilt worden waren. Jetzt soll eine Gedenktafel daran erinnern.

„Viele der Frauen waren aus politischen Gründen hinter Gittern. Sie waren unter anderem nach Paragraf 249 wegen sogenannten asozialen Verhaltens oder nach Paragraf 213 wegen sogenannter Republikflucht verurteilt worden“, erklärt Historikerin Sandra Czech. Sie hat von der Gedenkstätte Hohenschönhausen den Auftrag erhalten, die Geschichte der Haftanstalt und das Schicksal früherer Gefängnisinsassen zu untersuchen.

Fast alle inhaftierte Frauen mussten in einer angeschlossenen Großwäscherei von VEB Rewatex schwere Arbeit leisten. Bis zum Fall der Mauer waren bis zu 600 Frauen in der Grünauer Straße inhaftiert. Nach den beiden Amnestien vom 27. Oktober und 6. Dezember 1989 war die Haftanstalt leer. Sie wurde später als Abschiebehaft für abgelehnte Asylbewerber genutzt. Derzeit ist in einem Teil der Gebäude die Feuerwache Köpenick untergebracht.

„Mit einer Informationstafel soll an die politische Verfolgung während der SED-Diktatur erinnert und damit ein Beitrag zur Aufarbeitung kommunistischen Unrechts geleistet werden“, erklärt Historikerin Sandra Czech.

Für die Erforschung der Geschichte der Haftanstalt werden Frauen gesucht, die dort inhaftiert waren. Auch das Wissen der früheren Rewatex-Mitarbeiter, die als „Lenkungskräfte“ für den Arbeitseinsatz zuständig waren, ist gefragt. Die Lebensdaten der Zeitzeugen werden auf Wunsch anonymisiert. Geplant sind neben der Gedenktafel, die am öffentlich zugänglichen Außenbereich angebracht werden soll, eine Veranstaltung mit Präsentation der Forschungsergebnisse, außerdem Veröffentlichungen auf der Internetseite der Gedenkstätte Hohenschönhausen.

Kontakt zur Gedenkstätte Hohenschönhausen unter dem Stichwort „Grünauer Straße“ unter s.donth@stiftung-hsh.de oder Telefon 986 08 24 54.

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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